Tödlicher Bahnsteig-Stoß in Voerde: Gericht entscheidet auf Mord – Täter schuldunfähig

Landgericht Duisburg

Ein 28-Jähriger hat eine Frau am Bahnhof in Voerde völlig unvermittelt vor einen fahrenden Zug gestoßen. Sie starb vor noch Ort. Das Landgericht Duisburg fällte jetzt ein Urteil.

Voerde, Duisburg

, 28.01.2020, 12:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tödlicher Bahnsteig-Stoß in Voerde: Gericht entscheidet auf Mord – Täter schuldunfähig

Der Angeklagte szu Beginn seines Prozesses mit einem Briefumschlag vor dem Gesicht im Landgericht Duisburg. Er hatte eine Frau vor einen Zug gestoßen. Die Mutter starb vor Ort. © picture alliance/dpa

Er hat nach Überzeugung der Richter am Bahnhof im niederrheinschen Voerde eine Frau unvermittelt vor einen Zug gestoßen - dafür kommt ein 28-Jähriger nun auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie. Die Kammer am Landgericht Duisburg wertete die Tat am Dienstag als Mord.

Das 34 Jahre alte Opfer war nach dem Stoß im vergangenen Juli noch im Gleisbett des kleinen Bahnhofs gestorben. Eine Gefängnisstrafe sei wegen der psychischen Erkrankung des neunfachen Familienvaters aber nicht in Betracht gekommen, betonten die Richter. Er gilt als schuldunfähig.

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Mit „massiver Kraft“ vor den Zug gestoßen

In seiner Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende Richter Joachim Schwartz von einer „verstörenden Tat“. Der Täter habe die Frau mit „massiver Kraft“ gegen den einfahrenden Zug gestoßen. Unklar bleibe das Motiv. Die 34-Jährige habe dem in Deutschland geborenen Serben nicht den geringsten Anlass gegeben.

Die Tat von Voerde hatte im Sommer 2019 bundesweit für Entsetzen gesorgt. Am Bahnsteig waren zahlreiche Blumen niedergelegt worden - als Zeichen der Trauer. Die 34-Jährige hatte Zeugen zufolge keine Chance, dem Angriff zu entgehen.

In dem Prozess hatte der Angeklagte bestritten, die Frau mit Absicht vor den Zug gestoßen zu haben. Nach eigenen Angaben ging es ihm an jenem Morgen nicht gut. Möglicherweise habe er sich deshalb bei der Frau abgestützt, hieß es in einer Erklärung, die der 28-Jährige von seiner Verteidigerin verlesen ließ.

dpa

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