Umstellung auf Winterzeit: Eine Stunde vor oder zurück?

Zeitumstellung

Im Oktober werden die Uhren wieder umgestellt. „Gewinnen“ oder „verlieren“ wir dabei eine Stunde? Was Sie über die Umstellung auf Winterzeit wissen müssen.

Europa

24.10.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Im März und Oktober werden die Uhren umgestellt.

Im März und Oktober werden die Uhren umgestellt. © picture alliance/dpa

Im Herbst werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt – und zwar um eine Stunde zurück. Das bedeutet zwar, dass wir eine Stunde länger schlafen können, führt aber auch dazu, dass es früher dunkel wird. Im März ist es dann genau andersherum: eine Stunde weniger Schlaf, dafür wieder längere Tage. So ist die Zeitumstellung jedes Jahr aufs Neue wieder ein Thema, dessen Sinnhaftigkeit die Geister spaltet.

Zeitumstellung im Oktober 2020: So stellen Sie um

  • Die zweite Zeitumstellung 2020 findet im Oktober statt. Sie müssen am vorletzten Wochenende im Oktober von Sommerzeit auf Winterzeit umstellen.
  • Konkret bedeutet das: Am Sonntag, den 25. Oktober 2020, wird die Uhr um 3 Uhr morgens eine Stunde zurückgestellt.
  • Aus 3 Uhr morgens wird also 2 Uhr morgens.
  • Durch die Umstellung auf Winterzeit bekommen wir eine Stunde geschenkt. Gleichzeitig ist es aber auch eine Stunde früher dunkel

Winterzeit 2020: Funktioniert die Zeitumstellung auf dem Handy und der Uhr automatisch?

Wer eine Funkuhr verwendet, muss seine Uhr nicht manuell umstellen. Diese wird im Normalfall automatisch durch ein Signal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig angepasst. Auch bei den meisten Smartphones erfolgt die Zeitumstellung automatisch, sofern die entsprechende Funktion nicht deaktiviert wurde.

Teilweise müssen aber auch digitale Anzeigen, etwa in Haushaltsgeräten oder im Auto, händisch umgestellt werden.

Sollte die Zeitumstellung nicht abgeschafft werden?

Das Ende der Zeitumstellung ist bereits seit geraumer Zeit in Sicht, eine Mehrheit der EU-Bürger sprach sich im Rahmen einer Umfrage für ihre Abschaffung aus. 84 Prozent der Befragten, ein Großteil davon aus Deutschland und Österreich, gaben an, dass sie dauerhaft auf eine Zeitumstellung verzichten wollen.

Die Umsetzung lässt allerdings auf sich warten. Denn während die EU-Bürger ihren Willen bereits verkündet haben, hat ein Großteil der Mitgliedsländer noch keine klare Position bezogen. Selbst über ein Jahr nach Veröffentlichung der Kommissionspläne gibt es daher wenig Fortschritte.

Eigentlich wollte das EU-Parlament die Zeitumstellung bis 2021 abschaffen. Inzwischen wurde eine endgültige Entscheidung jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt. Damit die Änderung in Kraft treten kann, müssen sich die zuständigen Minister der EU-Staaten mehrheitlich einigen.


Geschichte der Zeitumstellung in Deutschland und Europa

Was heute als Winterzeit bezeichnet wird, war in Deutschland zwischen 1950 und 1980 Standardzeit. Im Zuge der Ölkrise in den Siebzigerjahren entschied sich Frankreich 1976 aus energiepolitischen Gründen, die Sommerzeit einzuführen. Viele Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft, dem Vorgänger der heutigen EU, zogen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nach.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Zeitumstellung aber auch aufgrund der Teilung in Ost und West kontrovers diskutiert. Nachdem die DDR die Sommerzeit 1979 eingeführt hatte, zog die Bundesrepublik ein Jahr später nach. Eine geteilte Zeit im ohnehin geteilten Land wollte man um jeden Preis vermeiden.

Innerhalb der EU werden die Uhren seit 1996 in allen Mitgliedsstaaten nach einheitlichen Regeln umgestellt. Jeweils am letzten Sonntag im März und Oktober wird die Zeit um eine Stunde vor- beziehungsweise um eine Stunde zurückgestellt.

Gibt es gesundheitliche Auswirkungen durch die Umstellung auf Winterzeit?

Die saisonale Zeitumstellung fällt einigen Menschen schwerer als anderen. Das gilt insbesondere für die Zeitumstellung auf die Sommerzeit. Wenn der Tag plötzlich eine Stunde „kürzer“ ist, gerät bei so manchem der Biorhythmus aus dem Takt. Üblich sind in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung beispielsweise Müdigkeit und Niedergeschlagenheit.

Wie stark Menschen, und Tiere, auf die Zeitumstellung reagieren, ist individuell unterschiedlich. Während die Umstellung an manchen spurlos vorüberzugehen scheint, kann sie bei anderen durchaus mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Was bringt die Zeitumstellung?

Über diese Frage wird seit Einführung der Umstellung heftig diskutiert. Einer der Hauptgründe, der ursprünglich als Argument für die Zeitumstellung angebracht wurde, ist längst widerlegt. Durch das Mehr an Tageslicht im Sommer wird in diesen Monaten zwar weniger Energie verbraucht, durch die Winterzeit wird dieser minimale Einspareffekt aber wieder aufgehoben, da in den Morgenstunden früher geheizt wird.

Die Zeitumstellung auf Winterzeit gilt als weniger problematisch, schließlich bringt sie einen 25-Stunden-Sonntag mit sich, der von vielen als besonders entspannend wahrgenommen wird. Auch hier gerät der Biorhythmus zwar ein wenig durcheinander, trotzdem wird die „geschenkte Stunde“ eher positiv als negativ empfunden.

RND

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