Uniper will Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen bis 2022 stilllegen

Energiewende

Kraftwerksbetreiber Uniper will das Kraftwerk Scholven bis Ende 2022 abschalten - allerdings nur unter einer Voraussetzung. Außerdem stellte Uniper weitere Pläne zu Stilllegungen vor.

Gelsenkirchen, Datteln

30.01.2020, 20:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Uniper will Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen bis 2022 stilllegen

Uniper will das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen stillegen - wenn Datteln 4 ans Netz geht. © dpa

Der Kraftwerksbetreiber Uniper will nach der Inbetriebnahme des umstrittenen Kraftwerks in Datteln seine anderen Steinkohlekraftwerke schrittweise abschalten. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Zunächst will Uniper drei Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Gelsenkirchen sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von rund 1500 Megawatt bis Ende 2022 stilllegen.

Bis spätestens Ende 2025 sollen weitere 1400 Megawatt an den Standorten Staudinger in Hessen und Heyden (Nordrhein-Westfalen) folgen. Danach werde Datteln 4 das einzige verbleibende Uniper-Steinkohlekraftwerk in Deutschland sein.

Umweltschützer protestieren gegen Datteln 4

Das 1100-Megawatt-Kraftwerk in Datteln im Ruhrgebiet soll entgegen einer Empfehlung der Kohlekommission im Sommer ans Netz gehen. Dagegen protestieren Umweltschützer heftig. Die Bundesregierung hat aber zugesagt, dass dafür zusätzlich Steinkohlekapazität vom Netz geht, so dass keine zusätzlichen Treibhausgase entstehen.

Uniper: Abschaltungen sind freiwillig

Uniper betonte, die geplanten Abschaltungen erfolgten freiwillig. Eine Teilnahme an den Ausschreibungen zur Steinkohlestilllegung werde Uniper „zu gegebener Zeit prüfen“, sagte ein Sprecher. Das Kohleausstiegsgesetz sieht vor, dass sich Betreiber von Steinkohlekraftwerken bis 2026 für Stilllegungen gegen Kompensationszahlungen bewerben können.

Die Gewerkschaft Verdi forderte, die Stilllegungen dürften nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Direkt und indirekt seien mindestens 2000 Arbeitnehmer bei Uniper und Fremdfirmen betroffen. Uniper kündigte an, für die Standorte alternative Konzepte, etwa bei der Kraft-Wärme-Kopplung zu entwickeln.

dpa

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