Unwetter in NRW: Straßen überflutet, Staus auf Autobahnen erwartet

Unwetter

Starke Regenfälle und Gewitter sorgen in Teilen von NRW für Überflutungen und vollgelaufene Gebäude. Überall im Land ist die Feuerwehr im Dauerstress - ein Ende ist nicht absehbar.

NRW

15.08.2020, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gewitter und Starkregen haben für die Überflutung von mehreren Straßen in NRW - wie hier in Dortmund - gesorgt.

Gewitter und Starkregen haben für die Überflutung von mehreren Straßen in NRW - wie hier in Dortmund - gesorgt. © dpa/Feuerwehr Dortmund

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, hochgespülte Gullydeckel, umgekippte Bäume, fast ertrunkene Schafe und eine Kläranlage außer Betrieb: Ein Unwetter mit Starkregen hat in Teilen von Nordrhein-Westfalen zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Im münsterländischen Dülmen (Kreis Coesfeld) etwa hätten rund 70 Einsatzkräfte am frühen Samstagnachmittag innerhalb von zwei Stunden 40 Stellen kontrolliert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. An einigen Orten hätten sie Wasser abpumpen müssen, an vielen anderen sei es von selbst abgelaufen, als der Regen nachließ.

Auch mehrere Autobahnausfahrten wegen Überflutung gesperrt. Auf der A46 sei in Richtung Düsseldorf die Ausfahrt Grevenbroich überflutet und bis Sonntagmittag gesperrt, teilte das WDR-Verkehrsstudio am Samstagabend mit. Auf der A44 war in Richtung Düsseldorf die Ausfahrt Krefeld-Forstwald nicht nutzbar.

Ein Autofahrer musste in Dülmen laut Feuerwehr mit seinem Wagen aus einer überfluteten Unterführung befreit werden. Besonders im Stadtgebiet seien zahlreiche Wohngebäude und Geschäftshäuser mit Wasser vollgelaufen und Straßen gesperrt worden, so der Sprecher. Auch im Kreis Steinfurt drangen die Regenfälle am Samstag in zahlreiche Keller ein und überfluteten Fahrbahnen. Insgesamt 55 Einsätze habe es bis 15 Uhr gegeben, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Besonders betroffen seien Lengerich und Tecklenburg gewesen. Inzwischen habe sich die Lage aber wieder beruhigt.

350 Einsätze in Dortmund

Am Samstagmittag habe der Regen vor allem das Münsterland getroffen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Nachmittag. Anschließend sei er weiter in den Süden über das Ruhrgebiet sowie den Kreis Paderborn, den Großraum Siegen und den Kreis Olpe gezogen. In Dortmund gab es laut Feuerwehr bis 17 Uhr 350 Einsätze mit Wasser im Keller oder überflüteten Unterführungen sowie Straßen. In Bochum kam es am Nachmittag zu 21 unwetterbedingten Einsätzen, wie die Feuerwehr mitteilte.

Auch für Teile des Rheinlands gelten Unwetterwarnungen. Überflutete Fahrbahnen sorgten nach Angaben des WDR-Stauradars auf den Autobahnen für Stau und stockenden Verkehr - so zum Beispiel im Ruhrgebiet auf der A1 in Richtung Köln zwischen Volmarstein und Gevelsberg. Laut DWD-Vorhersage ist am Samstag weiter örtlich heftiger Starkregen mit Mengen von 40 bis 70 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Dazu kämen stürmische Böen sowie Hagel.

Die Lage bleibe in den nächsten Tagen ähnlich und es sei weiter Unwetter zu erwarten. Der häufig graue Himmel und eine ganze Reihe von Unwetterwarnungen haben auch die Badelust der Menschen in NRW offenbar deutlich gedämpft. Während vor einer Woche der Ansturm der Badelustigen auf die Badeseen im bevölkerungsreichsten Bundesland die Ordnungsbehörden angesichts der Corona-Auflagen noch vor Probleme stellten, bezeichneten Polizei und Stadtverwaltungen in Düsseldorf, Duisburg und Höxter die Lage am Nachmittag als entspannt.

dpa

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