V-Mann „Murat Cem“ sagt zu Terroranschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt aus

Terroranschlag

Anis Amri tötete bei einem Anschlag 2016 auf einem Berliner Weihnachtsmarkt mehrere Menschen. Ein V-Mann, der mehrfach vor Amri warnte, wird nun unter Krimi-ähnlichen Bedingungen als Zeuge gehört.

Düsseldorf

16.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizisten stehen vor dem zerstörten Lkw am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Ein V-Mann im Umfeld des islamistischen Attentäters Anis Amri wird am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags aussagen. (Archivbild)

Polizisten stehen vor dem zerstörten Lkw am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Ein V-Mann im Umfeld des islamistischen Attentäters Anis Amri wird am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags aussagen. (Archivbild) © picture alliance / Michael Kappe

Der Top-V-Mann im Umfeld des islamistischen Attentäters Anis Amri wird am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags aussagen. Das bestätigten Parlamentskreise der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann mit dem Decknamen „Murat Cem“ werde audiovisuell von einem unbekannten Ort zugeschaltet. Er werde nicht zu erkennen sein. LKA-Beamte sollen seine Identität bestätigen.

V-Mann soll mehrfach vor Amri gewarnt haben

Der V-Mann des Landeskriminalamts NRW soll als Top-Quelle mehrfach vor Amri gewarnt haben. Behörden in Berlin hatten seine Angaben aber den Erkenntnissen zufolge in Zweifel gezogen.

Seine Zeugenaussage wird in nicht-öffentlicher Vernehmung erfolgen. Jeder Hinweis auf seine Identität oder seinen Aufenthaltsort könne seinen Tod bedeuten, hatten die Behörden erklärt.

Untersuchungsausschuss beschäftigt sich mit Aufklärung des Terroranschlags

Der Untersuchungsausschuss in Düsseldorf beschäftigt sich mit der Aufklärung der Abläufe und Hintergründe des Terroranschlags am Berliner Breitscheidplatz. Der Mann mit dem Decknamen „Murat Cem“ - in den Akten wird er als Vertrauensperson „VP-01“ geführt - war jahrelang ein Top-Informant der Polizei in Nordrhein-Westfalen.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagenfahrer erschossen und war mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast. Insgesamt tötete er zwölf Menschen. Nach seiner Flucht wurde der Tunesier in Italien von der Polizei erschossen.

dpa