Vater lässt Tochter (15) von Fremden missbrauchen - Staatsanwaltschaft bestätigt neue Details

Missbrauch in Wuppertal

Der 50-Jährige, der seine Tochter (15) fremden Männern zum Sex angeboten haben soll, hat das Mädchen als seine volljährige Freundin ausgegeben. Gegen acht Männer wird nicht weiter ermittelt.

Wuppertal

19.12.2019, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vater lässt Tochter (15) von Fremden missbrauchen - Staatsanwaltschaft bestätigt neue Details

Das Landgericht in Wuppertal. © picture alliance / Bernd Thissen

Der Vater, der in Wuppertal seine minderjährige Tochter fremden Männern kostenlos zum Sex angeboten haben soll, sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Ein Richter habe Haftbefehl gegen den 50-Jährigen erlassen, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Donnerstag in Wuppertal. Das Gericht bestätigte zugleich den Eingang der Anklageschrift gegen den Beschuldigten.

Bei dem Mann handele es sich um einen alleinerziehenden Vater, der in Scheidung lebe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Seine Tochter werde vom Opferschutz der Polizei betreut und stehe im Kontakt mit dem Jugendamt der Stadt.

Vater wollte zusehen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte seine Tochter auf einer frei zugänglichen Internet-Handelsplattform als seine volljährige Freundin ausgegeben und angeboten. Der 50-Jährige soll zuvor seine zur Tatzeit 15-jährige Tochter unter Druck gesetzt haben. Ihm sei es darum gegangen zuzusehen, wie Fremde seine Tochter missbrauchten.

„Wir wissen zumindest von acht Männern, die auf das Angebot eingegangen sind“, hatte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert gesagt. Er schloss nicht aus, dass es noch mehr Männer waren. Einer der acht Männer, ein 41-Jähriger, habe im Nachhinein Anzeige erstattet. Ihm sei das Ganze seltsam vorgekommen. Die Taten hätten sich zwischen Oktober 2018 und April 2019 ereignet.

Gegen die acht Männer wird nicht ermittelt

Gegen die acht Männer werde nicht ermittelt: Ihnen sei vorgegaukelt worden, bei der Tochter handele es sich um die volljährige Lebensgefährtin des 50-Jährigen, die freiwillig mitmache und einverstanden sei.

Die Ermittler hatten E-Mails und Chatverläufe des Vaters ausgewertet und waren so auf die weiteren Männer gekommen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage erhoben und wirft dem 50-Jährigen sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger vor. Als nächstes muss das Landgericht Wuppertal über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Mädchen lehnt jede Aussage ab

Das inzwischen 16-jährige Mädchen lehne jede Zusammenarbeit mit den Ermittlern ab und mache von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, sagte Baumert.

Der Anwalt ihres Vaters war für eine Stellungnahme am Donnerstag zunächst nicht erreichbar. Ein Gerichtssprecher sagte, dass der 50-Jährige vor dem Haftrichter zu den Vorwürfen geschwiegen habe.

dpa

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