14-Jährige tot in Duisburger Abbruchhaus gefunden: Freund unter Tatverdacht

Polizei

Ein 14-jähriges Mädchen ist tot in einem Abbruchhaus in Duisburg gefunden worden. Die Polizei hat den Freund der Toten festgenommen. Denn die Beweise sprechen gegen einen Suizid.

Duisburg

11.10.2020, 08:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feuerwehrleute stehen in der Nähe des Fundorts der Leiche eines 14 Jahre alten Mädchens.

Feuerwehrleute stehen in der Nähe des Fundorts der Leiche eines 14 Jahre alten Mädchens. © picture alliance/dpa

Nach dem Fund einer toten 14-Jährigen in einer Hausruine in Duisburg hat die Polizei nun erste Ergebnisse. Die Obduktion der Leiche hätte ergeben, dass sie Opfer einer Straftat wurde, hieß am Sonntag von der Polizei. Die Untersuchung habe als Todesursache „stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf“ ergeben. Tatverdächtig ist demnach ein gleichaltriger Freund des Mädchens.

Der 14-Jährige habe sich bei seiner Befragung in Widersprüche verwickelt und sei am Sonntag „unter dringendem Tatverdacht“ festgenommen worden. Ein Antrag auf Untersuchungshaft werde für den Montagnachmittag vorbereitet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag.

14-Jährige wurde seit Freitag vermisst

Nach Angaben der Polizei war die 14-jährige am frühen Samstagabend im Keller des abbruchreifen Hauses gefunden worden. Ihr 33 Jahre alter Bruder hatte die 14-Jährige am Freitag als vermisst gemeldet. Nach Hinweisen, dass sich das Mädchen zuvor öfter an dem verlassenen Haus aufgehalten haben soll, hatte die Polizei auch dort nach ihr gesucht, berichtete ein Polizeisprecher am Sonntag. Die 14-Jährige soll seit Freitag mit ihrem gleichaltrigen Freund unterwegs gewesen sein.

Dieser war noch am Freitagabend in Düsseldorf von der Polizei aufgegriffen worden, nachdem Passanten sich wegen eines desorientiert wirkenden Jugendlichen gemeldet hatten, wie der Polizeisprecher sagte. Auch er habe Hinweise zu dem möglichen Aufenthaltsort des Mädchens gemacht.

Zu den möglichen Beweggründen des Tatverdächtigen und den weiteren Hintergründen der Tat äußerten sich die Ermittler am Sonntag zunächst nicht. Auch in welcher Beziehung die beiden Teenager genau zueinander standen, sei noch „Gegenstand weiterer Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Hausch. „Wir haben zwar Hinweise auf ein mögliches Motiv, aber da ist noch nichts spruchreif.

Spurensuche wird am Sonntag fortgesetzt

Die Polizei hatte einen Hubschrauber sowie Spürhunde angefordert - habe den toten Teenager dann aber ohne diese Hilfsmittel entdeckt. Das Abbruchhaus befindet sich den Angaben zufolge auf einem zugewachsenen Brachgelände in einer Sackgasse. Es sei umzäunt und aufgrund des Buschwerks von außen kaum einsehbar.

„Man kann sich dort unbemerkt bewegen“, sagte der Sprecher. Es gebe Spuren, die darauf hindeuten, dass sich dort trotz des Metallzaunes immer mal wieder Menschen aufgehalten hätten, so der Sprecher. Die intensive Spurensuche vor Ort sollte am Sonntag fortgesetzt werden. Auch von einer Reihe weiterer Vernehmungen versprechen sich die Ermittler Erkenntnisse über das noch unklare Geschehen.

dpa

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