Viren-Alarm im Film: Wie aktuell sind diese sieben Seuchen-Thriller?

hzPandemie-Blockbuster

Im Kino startet „Pandemie“ , in der ZDF-Mediathek läuft die Serie „Sløborn“: Wie viel Brisanz haben Seuchen-Thriller, die vor Corona gedreht wurden?

Dortmund

, 05.08.2020, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Überall in einer Vorstadt von Seoul klappen Menschen zusammen und spucken Blut. Vorher konnte man sehen, wie beim Husten Aerosole durch die Luft flogen. Sie tragen ein tödliches Virus, das die Stadt ins Chaos stürzen wird. Tausende sterben, ein gigantisches Massengrab wird ausgehoben, das Militär riegelt die Stadt ab. Wer die rote Linie überschreitet, soll erschossen werden.

Der koreanische Seuchen-Thriller „Pandemie“ beschreibt das Ende von Humanität und Zivilisation. Im Stil des Katastrophenfilms malt er die Apokalypse aus, verursacht von einer aggressiven Mutation der Vogelgrippe.

„Pandemie“ geizt nicht mit Schockbildern

„Pandemie“ ist ein Reißer, der sich an Schockbildern weidet, mit Figuren, die holzschnittartig Helden oder Schufte sind. Ein Sanitäter, eine Ärztin und ihr Kind geraten in eine Massen-Hysterie. Es menschelt zum Steinerweichen – sehr schaubühnenhaft. Was der Film gut beschreibt, ist das Hochfahren einer Krisen-Infrastruktur. Was er nicht vorhersieht, ist die imponierende Disziplin der Asiaten im staatlich verordneten Lockdown: Die Wirklichkeit des Jahres 2020 wäre dramaturgisch zu mau gewesen. Ab 6. August im Kino

Psychologisch komplex mit viel Erzählzeit: „Sløborn“

Die TV-Serie „Sløborn“ (ebenfalls vor Corona gedreht) handelt vom Virus-Alarm auf einer friesischen Insel. Sie ist psychologisch ungleich komplexer als „Pandemie“, hat allerdings auch den Atem von acht Folgen à 45 Minuten. Dem Hollywood-erfahrenen Christian Alvart gelingt ein vielschichtiges Gruppenporträt der Insulaner, vom Dorfsheriff bis zum Sozialarbeiter. In der ZDF-Mediathek:

Realismus-Zertifikat von offizieller Seite: „Contagion“

„Contagion“ von Steven Soderbergh, veröffentlicht 2011, besticht durch die minutiöse Rekonstruktion, wie ein Virus um unsere globalisierte Welt reist. Die amerikanische Seuchenbehörde attestierte dem Drama weitgehenden Realismus. Im Frühjahr wochenlang ein Renner bei Ebay. Auf Blu-ray und DVD:

Im Wettlauf um ein Heilmittel: „Outbreak“

„Outbreak“ ist eine Seuchen-Dystopie von Wolfgang Petersen, der 1995 das Ebola-Virus zum gefährlichsten Feind der Menschheit erklärte. Dustin Hoffman spielt den heldenhaften Forscher, der im Wettlauf mit der Zeit nach einem Anti-Serum sucht, während Betonköpfe vom Militär eine drastische Lösung aushecken. Auf Blu-ray und DVD.

Will Smith als letzter Mensch New Yorks: „I Am Legend“

I Am Legend“ von 2007 zeigt Will Smith als (beinahe) letzten Menschen in Amerika, jedenfalls als letzten unserer Spezies in New York. Wie schon „Der Omega Mann“ (mit Charlton Heston) basiert der Film auf einem SciFi-Roman, in dem Menschen durch eine Krankheit zu Bestien mutierten, die nachts aus ihren Löchern kommen. Faszinierend sind die Bilder der gespenstisch verwaisten Straßen von New York. Auf Netflix:

Zombies brauchen keinen Masken: „28 Days Later“

„28 Days Later“, den Danny Boyle 2002 drehte, erzählt von einer Seuche, die von Tierschützern befreite Schimpansen übertragen. Sie verwandelt Menschen in beißwütige Zombie-Kreaturen. Der Film läutete ein Revival der Zombie-Schocker ein, das Serien wie „The Walking Dead“ hervorbrachte. Auf Netflix:

Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel: „Children of Men“

„Children of Men“ heißt Alfonso Cuaróns Endzeit-Streifen von 2006: Ein Virus droht in naher Zukunft die Menschheit auszulöschen, da es bewirkt, dass keine Kinder mehr geboren werden. Clive Owen geleitet eine wundersam schwangere Frau durch eine Welt in Auflösung und Agonie zu einem sicheren Ort. Auf Netflix:

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