Volkswirte: Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit wegen Corona-Pandemie

Arbeitslosigkeit

Sechs Monate Corona-Krise machen sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist hoch und weitere Stellen werden abgebaut: Die Zahl der Arbeitslosen steigt.

Nürnberg

27.06.2020, 09:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute befürchten erhebliche und nachhaltige Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Konjunktur.

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute befürchten erhebliche und nachhaltige Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Konjunktur. © picture alliance/dpa

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute erwarten eine weiter wachsende Arbeitslosigkeit in Deutschland im Zuge der Corona-Krise. "Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen, denn es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein", sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW.

Prognose: Acht Millionen Kurzarbeiter, drei Millionen Arbeitslose

Auch Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe, geht von steigender Arbeitslosigkeit aus. "Viele Firmen werden schlussendlich doch nicht um Kapazitätsanpassungen, sprich Jobstreichungen oder gar eine Insolvenz, herumkommen", sagte sie. "Daher besteht für rund jeden fünften Kurzarbeiter in Deutschland weiterhin ein erhöhtes Risiko, in die Arbeitslosigkeit zu rutschen."

Marc Schattenberg von der Deutschen Bank geht im Juni von knapp drei Millionen Arbeitslosen aus – ein Plus von rund 180.000 im Vergleich zum Vormonat. Die Zahl der Kurzarbeiter werde sich Ende Mai bei fast acht Millionen bewegen. Damit liegt die Deutsche Bank etwas über der Prognose der Allianz, die 2,869 Millionen Arbeitslose in Deutschland erwartet. Damit würde der höchste Stand seit 2013 erreicht.

RND/dpa