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Der demenzkranke Patient

Vreden Sie schleicht sich heimtückisch ins Leben ein, hat eine Vorlaufzeit von bis zu 20 Jahren, erst dann kommt man ihr durch Ausfallserscheinungen auf die Schliche: Demenz, früher als "Verblödung" bezeichnet.

27.02.2008

Der demenzkranke Patient

<p>Chefarzt Dr. Lukas Meiners führte in den Vortrag von Neurologin Dr. Eva Weitz vom Rheder Krankenhaus ein. Pier-Bohne</p>

Heute ist oft die Rede von der Alzheimer Erkrankung, sie ist eine Form der Demenz und tritt mehr im hohen Alter auf. Durch die gestiegene Lebenserwartung kommt sie deshalb heute häufiger vor als früher. Über 100 Interessierte, die mehr über Demenz wissen wollten, begrüßte Dr. Lukas Meiners, Chefarzt der Inneren Medizin, zu dem Infoabend im Gesundheitszentrum am Vredener Krankenhaus.

Krankhafte Eiweiße

Neurologin Dr. Eva Weitz, beschäftigt im Rheder Krankenhaus und durch den Klinikverbund Westmünsterland auch konsiliarisch im Vredener Hospital tätig, erklärte, dass krankhafte Eiweiße im Gehirn die Weiterleitung und Verarbeitung von Sinnesreizen blockieren.Vergesslichkeit und Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis sowie der Zeiteinordnung stellten vage Frühsymptome dar. Sie seien gegen die normale Altersvergesslichkeit abzugrenzen. Im fortgeschrittenen Stadium verlernten die Patienten aber altbekannte Fertigkeiten. "Weitere Symptome wie aggressives Verhalten, Vernachlässigung der Körperpflege, Weglauftendenzen und Nachtaktivitäten erschweren das Leben der Angehörigen", so die Ärztin. Im Endstadium komme es zum Verlust der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und zum Abbau der Muskulatur bis hin zur Bettlägerigkeit. Inkontinenz sowie Schluckstörungen, die die Ernährung oft über eine Magensonde erforderlich machen, kämen hinzu, so dass die Erkrankten letztlich vollständig auf Hilfe angewiesen seien. Weitz ging kurz auf die medikamentöse Behandlung ein und nannte die Acetylcholinesterase-Hemmer, die zumindest das Fortschreiten der Erkrankung im günstigen Fall um 1,5 Jahre hinauszögern können.

Kritik vermeiden

"Geregelter Tagesablauf, Umgebungswechsel vermeiden, keine Kritik und Zurechtweisung, Zeit und Geduld haben, sind Elemente der Milieutherapie und für Angehörige wichtig zu wissen", erläuterte die Neurologin. Die Lebenserwartung nach der Diagnose betrage in der Regel sieben bis neun Jahre.

Eine sichere Alzheimerdiagnostik gebe es noch nicht, man komme nur durch Ausschluss anderer Demenzerkrankungen zur Feststellung des Krankheitsbildes. MPB

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