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Ergreifende Erinnerungen am Nordkap

Vreden Für Hans Bomkamp wurde ein lang gehegter Traum Wirklichkeit: In Friedenszeiten Norwegen, wo er als 17-Jähriger für zwei Jahre zum Kriegseinsatz einberufen worden war, wieder zu erleben. Die Münsterland Zeitung veröffentlicht seine Reiseerinnerungen.

06.02.2008

Ergreifende Erinnerungen  am Nordkap

<p>Hans Bomkamp und sein Enkel Björn Nagenborg.</p>

"Nun endlich, mit 81 Jahren, ging mein Traum in Erfüllung. Mein Enkel Björn Nagenborg schenkte mir zum 80. Geburtstag eine Reise in die Vergangenheit durch Nord-Norwegen. In diesem Jahr nun machten wir uns von Düsseldorf aus per Flugzeug auf den Weg. Mit einer Zwischenstation in Oslo und zwei weiteren Etappen landeten wir dann am Abend in einer der nördlichsten Städte Europas, in Lakselv. Dort stand schon der Mietwagen bereit, mit dem wir beide noch am späten Abend zum Nordkap fuhren. Es war Mittsommerzeit, so dass es auch am Nordkap nachts um 1 Uhr noch taghell war. Mit dem riesigen Regenbogen, der das Nordkap-Plateau überspannte, war es einfach ein überwältigender Anblick.

In Lakselv haben wir dann mit Hilfe eines Historikers auch die Stelle ausfindig gemacht, wo während des Zweiten Weltkrieges das Barackenlager gestanden hatte. Das alles wiederzusehen war für mich sehr beeindruckend und ergreifend. Von Lakselv ging die Reise weiter, begleitet von Rentier-Gruppen auf den Straßen, nach Alta - immer noch nördlich des Polarkreises. Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Tromsö, wo das größte deutsche Schlachtschiff, die Tripitz, am 12. November 1944 bei Haakoy versenkt worden war. Darauf war mein Schulkamerad Klemens Terwolbeck im Alter von 18 Jahren ums Leben gekommen und auf dem Soldatenfriedhof in Trondheim beigesetzt worden. In Tromsö besuchten wir das Tirpitz-Museum, das sehr anschauliches Material aus Kriegszeiten beherbergt und sogar eine Video-Vorführung bot. Nach dem Flug von Tromsö nach Trondheim besuchten wir natürlich auch das Grab von Klemens Terwolbeck. Auch die letzte Ruhestätte von Heinrich Brüning, Käthe Wennings Onkel, haben wir dort auf dem Soldatenfriedhof gefunden, wo insgesamt über 2900 deutsche Kriegsgefangene begraben sind. Sehr ergriffen stand ich vor den Gräbern dieser beiden Vredener.

Natürlich war uns in Trondheim auch der berühmte Nidaros-Dom ein Besuch wert. Diese Reise in die Vergangenheit war für mich ein unvorstellbares Erlebnis. Mein Enkel Björn ist so beeindruckt, dass er auf jeden Fall noch einmal nach Norwegen fahren möchte."

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