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Lehren, fahren, besprechen

Vreden 8.10 Uhr, Klassenraum der Klasse 4a der Hamalandschule, Standort Ellewick: "Guten Morgen, Frau Kronseder" singen die Kinder aus Ellewick, Crosewick und Zwillbrock.

28.02.2008

Lehren, fahren, besprechen

<p>Barbara Kronseder-Donjacour hat ihrem Stellvertreter Martin Gudorf Material mit nach Lünten gebracht.</p>

Die (kommissarische) Schulleiterin antwortet mit einem Lob für die leuchtenden Kreidekunstwerke, die vor der Fensterfront hängen. "Da durften wir nur Striche machen - wie Vincent van Gogh", klärt Dennis auf. Jetzt aber geht es für die Schüler wieder zu ihrer Lektüre "Fliegender Stern" - sie lösen dazu Aufgaben. Barbara Kronseder-Donjacour kontrolliert zwischendurch die Mathe-Hausaufgaben, winkt nach draußen - eine Frau radelt vorbei und grüßt -, schnell ist die Schulstunde vorbei. Die Pädagogin eilt ins Schulsekretariat, dort stapeln sich Kisten: Bunte Büroklammern, Klebestifte, Hefter mit Unterrichtsmaterialien, ein Locher...

Freie Fahrt

9.32 Uhr, Parkplatz: Ab in den Kofferaum mit den Kisten und auf zur Hamalandschule - Standort Ammeloe. Nichts los auf der Straße, nach fünf Minuten ist der Schulhof in Sichtweite. Im Lehrerzimmer ist "Bescherung": "Das reicht ja bis zu den Osterferien", frozzelt ein Kollege mit Blick auf das mitgebrachte Material. Kronseder-Donjacour hat Farbmuster für den Neuanstrich einiger Räume mitgebracht und bespricht mit den Kolleginnen die Auswahl. "Kannst du die Bilder für den Malwettbewerb mitnehmen?", fragt eine Kollegin. Kein Problem, ist ja wieder Platz im Auto.

"Mindestens einmal die Woche" sei sie in Ammeloe, "in Lünten fahre ich oft vor Schulbeginn vorbei", erklärt Kronseder-Donjacour. Kommunikation im Kollegium - in einer Schule mit drei Standorten ist das schon eine Herausforderung. "Die Fahrerei und die fehlende Möglichkeit zur ad-hoc-Kommunikation" mache es nicht einfach, beschreibt die 59-Jährige. In Ammeloe ist jetzt große Pause, Zeit für einen Kaffee zum Gespräch mit den Kollegen. Schon das zweite Schulhalbjahr ist für die Hamalandschule angebrochen, Zeit, Zwischenbilanz zu ziehen. "Schon anstrengend" empfand Lehrer Hubert Fahrland das Pendeln zwischen zwei Schulen, erzählt er. "Das ist nicht so richtig ruhig", ergänzt Magdalene Neulken. "Es ist einfach ein logistischer Aufwand", fasst Barbara Konseder-Donjacour zusammen, "nicht nur beim Stundenplan aufstellen. Auch, wenn jemand krank wird".

Viele Vorteile

Aber die positiven Seiten des kleinen Systems, das dennoch größer ist als die drei einzelnen Schulen, stellen die Pädagogen auch ganz klar heraus: Die Zusammenarbeit in den Jahrgängen zum Beispiel. "Wir sprechen uns mit dem Stoff und mit der Benotung ab, und schreiben am gleichen Tag die Klassenarbeiten", betont Magdelene Neulken. Das konnte man in einer einzügigen Schule nicht.

10.35 Uhr: Weiter geht's nach Lünten. Martin Gudorf, stellvertretender (kommissarischer) Schulleiter freut sich auch übers Material - und darauf, "dass wir jetzt in die inhaltliche Arbeit einsteigen können." Im ersten halben Jahr habe das "Überleben" an erster Stelle gestanden, blickt er mit einem leisen Lächeln zurück, jetzt sei das Schulprogramm an der Reihe. ewa

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