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Pro und Contra

Vreden Mittwoch, 14 Uhr, Gymnasium Georgianum: Jetzt wird es ernst im Wettbewerb "Jugend debattiert". Das Fo yer wimmelt vor Schülern. Kathrin Gebing - mittendrin - kann nicht still stehen, dreht einen Schnellhefter in ihrer Hand. "Ich bin nervös", sagt sie und schiebt erklärend nach: "Zum ersten Mal dabei."

01.02.2008

Pro und Contra

<p>Die Glocke hat kurz Pause - Juror Ludger Gesenhues ist bei der Arbeit.</p>

Ihre Mitschülerin Kerstin Rolvering aus der 9d der Hoimar-von-Ditfurth-Realschule ist es auch, ein bisschen. Für sie ist es das zweite Mal. Schon 2007 hat die 14-Jährige bei dem Wettbewerb mitgemacht, den Realschule und Gymnasium im Verbund durchführen.

24 Minuten lang werden gleich 32 Schülerinnen und Schüler im Qualifikationswettbewerb Pro und Contra austauschen. "Kommt mir ganz schön lang vor", sagt Kathrin Gebing. Zuhause diskutiere sie höchstens mit ihrer Schwester, meint sie. Und Kerstin? "Mit meinen Eltern. Aber die wollen schon gar nicht mehr", schränkt sie schmunzelnd ein. Denn eins hat sie gelernt: "Stichhaltige Argumente liefern".

Hilft wohl nicht immer zu Hause, aber auf jeden Fall beim Wettbewerb. Seit einer Woche wissen die Schüler, zu welchen Themen sie in den zwei Runden des Qualifikationswettbewerbs in die Debatte gehen, und konnten rechercherien. In Raum 205 diskutiert Kerstin mit Karina Waning an ihrer Seite gegen Schulunterricht an Samstagen mit Robert Krandick und Doreen Thomanek, die für Samstagsunterricht plädieren (müssen ?).

Glocke klingt

14.15 Uhr, Zeitwächterin Mareen Levers schwingt die Glocke, die Juroren Bernd Telgmann (Schulleiter Georgianum), Hermann Badde (Konrektor Realschule) und Schülerin Lisa Breuersbrock in der Jury spitzen die Ohren. Man könne an Samstagen mit Unterricht dann auch seine Freunde treffen, eröffnet Doreen Thomanek nach den jeweils einminütigen Eingangsstatements, Kerstin Rolvering hält dagegen: "Das kann man auch an freien Samstagen". Beispielsweise Shoppen mit der ganzen Familie müsse ausfallen, wenn samstags Schule wäre, führt sie an. Und: Der organisatorische Aufwand sei doch erheblich, die Lehrer müssten fünf Mal die Woche den Arbeitsweg auf sich nehmen, das koste....

Für das Argument zeigt Robert Krandick kein Verständnis: "Postboten und Krankenschwestern müssen auch samstags arbeiten, warum nicht Lehrer?" Er setzt auf das Argument fehlende Konzentration an langen Schultagen: Mit Samstagsunterricht werde das Lernen entspannter. Aber Lehrer müssten genügend Zeit zum Korrigieren haben, entgegnet Karina Waning. Vielleicht, ergänzt Kerstin, müssten mehr Lehrer eingestellt werden, und das sei teuer. "Man soll nicht an Bildung sparen", kontert Robert. Es macht Spaß, zuzuhören.

Standpunkte bleiben

In der Schlussrunde fassen die Debattierer zusammen, gehen auf die Argumente der Gegenseite ein, zeigen Verständnis - aber bleiben bei ihrem Standpunkt. Die Jury berät und geht in die Einzelbewertung - auch vor Publikum. Wie nebenan in Raum 101: Da wird gerade gelobt - "Du hast sehr eloquent und spontan reagiert" - , aber auch auf Verbesserungspotenzial hingewiesen. "Geh ruhig ein bisschen forscher ran, Deine Argumente waren doch gut", gibt Realschullehrer Ludger Gesenhues einem Schüler mit auf den Weg. Für "Jugend debattiert 2009"... ewa

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