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Schicksal der Flüchtlinge näher gebracht

22.02.2008

Schicksal der Flüchtlinge näher gebracht

<p>Die Berichte der Zeitzeugen zum Thema Flucht und Vertreibung stießen auf großes Interesse. Rolvering</p>

Vreden "Als Flüchtlinge und Vertriebene in Vreden eine Heimat fanden" - so lautete das Thema des Heimatabends am Dienstag in der Gaststätte Terrahe. "Helmut Tschuschke, Heinrich Becker, Max Steiner und die beiden Schwestern Annemarie Wesseler und Renate Rosing werden heute von ihren Erfahrungen berichten", erklärte Agnes Kleingries, die die Veranstaltung des Heimatvereins Vreden organisiert hatte - die übrigens wegen des großen Interesses drei mal stattfand. Bernhard Göring-Kampert übernahm die musikalische Gestaltung.

Zunächst schilderte Helmut Tschuschke die Vertreibung seiner Familie aus Schlesien. Im Januar 1945 flüchtete sie vom heimatlichen Hof. Fünf Monate später kamen die Tschuschkes zurück und wurden kurze Zeit später endgültig vertrieben. Nach einem Jahr auf der Fluch kam die Familie in Vreden an, und er wurde mit seiner Mutter und den Brüdern bei Wolfering-Harlemann in Köckelwick untergebracht. "Im Dezember 1946 wurde unser Vater aus der Gefangenenschaft entlassen und fand uns dort", erzählte Tschuschke.

Von seinen Eltern, die von Westfalen nach Schlesien gezogen waren und dort ebenfalls das Flüchtlingsschicksal ereignete, berichtete Heinrich Becker. Mit seiner Mutter, fünf Geschwistern einer Tante und einem Cousin war er im Wagen auf der Flucht. Keiner wusste, dass sein Vater kurz vorher noch in den Krieg eingezogen worden war. Nach vielen Aufenthalten kam die Familie nach Monaten endlich bei Verwandten in Raesfeld an. Der Vater traf die Familie dort wieder. In den fünfziger Jahren siedelte Familie Becker in Vreden an.

"Uns wurde die Heimat gegen unseren Willen genommen. Unsere Kinder und die nächste Generation sollen wissen, was uns durch den Krieg wiederfahren ist", erklärten die beiden Schwestern Renate Rosing und Annemarie Wesseler. Bladen war ihre Heimat, bevor sie von dort vertrieben wurden.

Schlimmes erlebt

Auch die Familie von Max Steiner hat viel Schlimmes auf der Flucht erlebt. Sein Vater hat es in einer alten Kladde festgehalten, aus der Max Steiner vorlas. Nach einer langen anstrengenden Reise kam die Familie nach Asbeck. Elf Jahre später zog die Familie Steiner nach Vreden um.

Hermann Laurich berichtete, wie er als Zwölfjähriger die Ankunft der Flüchtlinge in Vreden erlebt hatte, und las aus Zeitungsberichten der Nachkriegsjahre. rol

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