Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Tête-à-Tête mit Kavalier

Vreden Seine Schauspielkunst ist grandios, sein Wortwitz atemberaubend. Kurzum: Er ist ein Multitalent, der Schauspieler und Regisseur Claus Biederstaedt. Mit der Psycho-Komödie "Der Neurosen-Kavalier" entfachte das Ensemble des Tourneetheaters Thespiskarren am Sonntagabend im ausverkauften Theater- und Konzertsaal der Stadt Vreden wahre Begeisterungsstürme.

25.02.2008

Tête-à-Tête mit Kavalier

<p>Verwirrte Gesichter auf der Bühne des Theater- und Konzertsaals in Vreden. Doch zum Schluss löst sich alles in der Komödie "Der Neurosen-Kavalier" in Wohlgefallen auf. Heisterborg</p>

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Kulturring Stadtlohn-Vreden. Der Vorhang öffnete sich und die Zuschauer blickten in eine noble psychotherapeutische Praxis. Über der Tür ein Bild von Sigmund Freud, dem Vater der Psychoanalyse. Die hyperaktive Schwester Engel (Kerstin Fernström) erwartet Dr. de Witt, die Urlaubsvertretung des Psychotherapeuten. Da stürmt urplötzlich Felix Bollmann (Claus Biederstaedt) herein und wird sogleich in die Rolle des Dr. de Witt gedrängt. In Wirklichkeit sucht er ein Versteck vor der Polizei, weil er als Weihnachtsmann verkleidet und seines Zeichens Kaufhausdetektiv, Geld entwendet hat.

Mut für Schüchterne

Rührend wie dann der echte Dr. de Witt (Gunther Beth) auftaucht und ihn als Psychiater gewähren lässt. Bewundernswert spielt Biederstaedt diese Rolle, er pfeift auf Krankengeschichten, kommt mit seinen Allerweltsratschlägen gut an, bringt das Publikum ständig zum Lachen und bekommt Szenenapplaus am laufenden Band.

Dem schüchternen Patienten flößt er Mut ein, sodass dieser beflügelt die Praxis verlässt und später als hüftschwingendes Elvis-Double (Philippe Roussel) mit dessen Hits das Publikum jubeln lässt. Eine sehr freizügige junge Patientin (Angèlique Duvier) befreit er von ihren Vaterkomplexen und hilft ihr zu einer Beziehung.Schlagfertige Dialoge liefert er sich mit einer charmanten Kleptomanin, gespielt von Karin Dor, der er nebenbei auch Komplimente macht und es entwickelt sich ein reizendes Tête-à-Tête, während der echte Dr. de Witt, den er bei Fräulein Engel als seinen geisteskranken Bruder angekündigt hat, der quirligen Sprechstundenhilfe mit weißen Rosen den Hof macht.

Äußerst gestenreich und als etwas tölpelhafte Figur betritt Kommissar Maiwald (Hans Heinrich Rüegg) die Bühne und sucht Hilfe beim Psychiater, weil er noch nie einen richtigen Dieb gefasst hat. Auch diesem armen Menschen kann er helfen, denn mit "Klauen" kennt sich der falsche Dr. de Witt schließlich aus.

Heiteres Plädoyer

Als sich am Ende die Verwechslung aufklärt, gibt der falsche Psychiater "ganz Kavalier" das gestohlene Geld zurück. Mit langem Applaus und Standingovations dankten die Theaterfreunde in Vreden für eine Komödie, aufgeführt von einem erstklassigen Ensemble, das sich als heiteres Plädoyer für die Heilkraft der Mitmenschlichkeit erwies. Susanne Dirking

Lesen Sie jetzt