Vredenerin übernimmt Leitung des Stadtmuseums in Bocholt

hzKultur in Bocholt

Das Stadtmuseum hat eine neue Leiterin. Die 27-jähriger Lisa Merschformann folgt auf Heinz Ketteler.

von Daniela Hartmann

Bocholt/Vreden

, 12.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Frau Merschformann hat eine unglaubliche Energie; und Lust das Stadtmuseum zu leiten“, sagt Bocholts Kulturchefin Jule Wanders. Mit Merschformann bekommt das Stadtmuseum erstmals eine hauptamtliche Leitung.

Georg Ketteler vom Verein für Heimatpflege hatte das Museum ehrenamtlich geführt. Zunächst wird Merschformann das Museum mit einer halben Stelle leiten.

Kampfabstimmung im Stadtrat

Dafür hatte die CDU Ende letzten Jahres im geheimen Teil der Ratssitzung plädiert und sich bei einer Kampfabstimmung mit den Stimmen von FDP und Stadtpartei durchgesetzt. Bei Bedarf könne die Stelle aufgestockt werden, hieß es damals. Der Verein für Heimatpflege hatte die Entscheidung, zunächst nur eine halbe Stelle zu schaffen, kritisiert. Ketteler zeigte sich „ein wenig enttäuscht“.

Lisa Merschformann ist in Vreden aufgewachsen und wohnt nun in Essen. Sie hat Kunstwissenschaft und Geschichte mit dem Schwerpunkt Mittelalter und Renaissance an der Uni Duisburg-Essen und an der Ruhruni in Bochum studiert. Seit Februar 2019 arbeitet sie als wissenschaftliche Volontärin beim Grafschafter Museum in Moers.

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Ihre derzeitige Chefin war es auch, die Merschformann auf die Stelle in Bocholt aufmerksam gemacht hat. „Sie hat mich dabei sehr unterstützt“, sagt die 27-Jährige. „Es ist für Kunstwissenschaftler nicht einfach, Stellen zu finden. Da kam die Stelle in Bocholt wie gerufen.“ Zunächst will Merschformann pendeln, aber auf Dauer will sie wieder „zurück in die Ecke“ ziehen.

Merschformann freut sich schon sehr auf ihre Stelle in Bocholt, hat aber auch Respekt vor der Aufgabe, sagt sie. So steht sie vor der Herausforderung, ein neues Konzept für das Museum zu erstellen. „Das Museum hat aktuell ein extrem großes Potenzial“, betont die Kunstwissenschaftlerin.

Stadtmuseum zu einem Ort der Begegnung machen

Ihr Ziel sei es, „Barrieren abzubauen, damit das Museum für die breite Bocholter Bevölkerung zugänglich ist“. Merschformann will das Museum zu einem Ort der Begegnung, des Austausches und der Diskussion machen. Dabei will sie auch eng mit dem Verein für Heimatpflege und der Stadt zusammenarbeiten, die das Stadtmuseum gemeinsam tragen, betont sie.

Heinz Ketteler, der beim Heimatpflegeverein Schrift- und Geschäftsführer ist, wird weiter ein Büro im Stadtmuseum haben. „Heinz Ketteler wird Frau Merschformann auch zur Verfügung stehen, wenn sie eine Frage hat“, sagt Gerd Wiesmann, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege.

An der Auswahl der Kandidatin sei der Verein nicht direkt beteiligt gewesen. Aber Wiesmann und Ketteler hätten die Bewerbungsunterlagen durchsehen dürfen, und seien auch auf Merschformann gekommen, sagt Wiesmann.

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