Warum das "Way Back When" Dortmund gut tut

Indie-Musikfestival

Eines der jüngsten Festival-Kinder dieser Stadt ist das Way Back When. Vom 29. September bis 1. Oktober tobt es sich zum vierten Mal auf mehreren Dortmunder Bühnen aus. Und tut damit der Stadt ziemlich gut.

DORTMUND

, 07.09.2017, 12:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erster Tag beim "Way Back When"-Festival 2016: OTHERKIN im FZW.

Erster Tag beim "Way Back When"-Festival 2016: OTHERKIN im FZW.

Way Back When spielt an mehreren Orten gleichzeitig. Das FZW ist an drei Tagen das Zentrum, mit Programm in Halle und Club. Weitere Konzerte finden in der Pauluskirche und erstmals im View, im Dachgeschoss des U-Turms, statt. Nicht mit dabei ist diesmal das Domicil.

Die Besucher pendeln zwischen den Bühnen, auf denen vor allem Bands spielen, die an der Schwelle dazu stehen, größer zu werden. Oft gitarrenorientiert, aber offen für Einflüsse aus Elektro oder Hip-Hop. Dutzende Schatzkisten, die geöffnet werden wollen.

Hier gibt es noch was zu entdecken

Beim Way Back When gibt es noch etwas zu entdecken. Das weiß, wer in den Vorjahren beim Festival war und Auftritte von Bands wie We Were Promised Jetpacks (2016), den damals noch ungehypten Annenmaykantereit (2015) oder Son Lux (2014) gesehen hat.

Natürlich braucht ein Club-Festival Anker, Bands für die sich die Leute gezielt Karten kaufen. In diesem Jahr sind das Portugal The Man und Slowdive, zwei Gruppen, die sonst 3000er-Hallen in Köln füllen würden, aber lieber Dortmund ansteuern.

Herz statt Cash

Das bestätigt die Macher darin, weiterzumachen. Obwohl das Way Back When bisher noch ein „keine Cash-Cow, sondern ein Herzensprojekt“ sei, wie Roman Pitone von Veranstalter Karten Jahnke Konzertdirektion aus Hamburg offen sagt.

Es steckt viel Dortmund in der Planung aus Hamburg. Julian Loewe hatte als Mitarbeiter bei Karsten Jahnke 2014 die Idee zu einem Club-Festival in seiner Heimatstadt. Heute berät Loewe im Hintergrund. Das Festival hat sich festgewachsen. Roman Pitone hat selbst eine Dortmunder Vergangenheit in der Event-Sparte des Musikmagazins Visions. Dieses wird mit einer eigenen Bühne übrigens erstmals Teil des Way Back When sein.

Gesamtkapazität liegt knapp unter 4000 Besuchern

Das finale Line-Up soll in Kürze feststehen, dann werden laut Veranstalter auch noch einige regionale Bands bestätigt. Rund 2500 Besucher kamen 2016. Die Gesamtkapazität aller Clubs liegt bei knapp unter 4000 Besuchern, wobei die Bewegungen zwischen den Bühnen eingeplant werden müssen.

„Es gibt viele Möglichkeiten das Festival noch auszubauen, es noch mehr in die Stadt zu tragen“, sagt Roman Pitone. Und zählt sich durch die vielen Musikorte Dortmunds, die potenziell noch mit eingebunden werden könnten. Fritz-Henßler-Haus, Rekorder, Konzerthaus, bald die Phoenixhalle – vieles ist denkbar.

Angelehnt ist das Konzept an das Reeperbahn-Festival in Hamburg, einem sogenannten Showcase-Festival. Das bedeutet, dass es zugleich eine Messe für Musik-Veranstalter ist, auf der Reeperbahn werden Touren gebucht, Verträge unterschrieben und die Bands der Zukunft entdeckt. In Dortmund fällt der geschäftliche Teil weg. Es geht nur um die Musik.

Dortmund ist mittlerweile eine "B-Stadt"

Beim Vorab-Termin am Donnerstagabend mit lauter Musikmenschen im FZW an der Ritterstraße geht es auch um die Rolle, die Festivals und Livemusik-Kultur für Dortmund spielen. Man ist mittlerweile „B-Stadt“, was immer noch weniger ist als die „A-Stadt“ Köln. Aber schon taugt, um eine Rolle in der Musikwirtschaft zu spielen. Mit der Phoenixhalle kommt ein gewichtiger Faktor hinzu.

Roman Pitone sagt: „In Dortmund wissen Besucher ein Konzerterlebnis zu schätzen“. Der Unterschied zu Städten wie Hamburg sei dennoch gewaltig – auch, was die Art angeht, wie eine Stadt den Mehrwert von Subkultur für ihre Darstellung nutzt.

Ein Festival wie das Way Back When mit einem hohen Anteil an auswärtigen Besuchern ist pure Werbung für die Stadt. Das verdiene es, ernst genommen zu werden, finden die Beteiligten vom Veranstalter, vom FZW und vom Kulturbüro Dortmund. Das junge Kind entwickelt einen eigenen Willen.

So war das Way Back When 2016: