Warum es bald vielleicht nur noch schwarz-weiße Tattoos geben kann

Gesundheit

Den Pigmenten „Blau 15“ und „Grün 7“ droht das europaweite Verbot in Tätowiermitteln. Farbige Motive könnten dann der Vergangenheit angehören, warnt der Bundesverband Tattoo.

Hamburg/Düsseldorf

05.10.2020, 07:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bunte Tattoos wie dieses könnten bald der Vergangenheit angehören.

Bunte Tattoos wie dieses könnten bald der Vergangenheit angehören. © picture alliance / Sophia Kembow

Die Pigmente „Blau 15“ und „Grün 7“ sind für viele Tätowierer wichtig. Da sie zur Mischung einer sehr umfangreichen Palette an Farbtönen benötigt werden, sind sie nach Angaben des deutschen Tattooverbands in fast zwei Dritteln aller Tattoo-Farben enthalten. Nun gibt es Bestrebungen in Brüssel, die Pigmente europaweit zu verbieten. Darauf angesprochen, zeichnet Tattooverband-Sprecher Gorden Lickefett ein düsteres Bild für die Branche: „Es wird keine Motive mit blauem Wasser oder grünen Wiesen mehr geben. Keine farbenfrohen Naturmotive oder abstrakte künstlerische Motive“.

Die Pigmente „Blau 15“ und „Grün 7“ seien bereits für die Verwendung in Haarfärbemitteln verboten, heißt es vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR). Ein Beschränkungsvorschlag der Europäischen Chemikalien Agentur (ECHA), der auch die Pigmente „Blau 15“ und „Grün 7“ betrifft, liegt den Angaben zufolge bei der Europäischen Kommission. Dabei gehe es auch um die Einschränkung der Pigmente in Tätowiermitteln. „Jedoch ist die vorhandene Datenlage zu den gesundheitsgefährdenden Eigenschaften beider Pigmente unvollständig“, sagt BFR-Forscher Michel Giulbudagian. Eine vollständige Risikobewertung ist demnach zurzeit nicht möglich.

Drastische Folgen für den Verbraucherschutz

Ein Verbot der Pigmente „Blau 15“ und „Grün 7“ habe auch drastische Folgen für den Verbraucherschutz, warnt der Bundesverband Tattoo. Nach einer eigenen Untersuchung der Inhaltsstoffe aller handelsüblichen Tattoo-Farben enthielten fast zwei Drittel aller Farben die beiden Pigmente. Unter dem Druck der Nachfrage könnten Hersteller und Tätowierer verzweifelte Wege gehen, befürchtet Lickefett. Demnach könnten Anbieter beispielsweise ihre Produkte als Künstlerfarben umdeklarieren, um sich dadurch dem Verbot zu entziehen. „Dies führt unweigerlich zu einem unkontrollierbaren Zustand für Verbraucher“, so Lickefett.

RND

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