Daten, Zahlen und Fakten um Pokémon Go und Spiele-Apps

hzApps als Motor für den deutschen Games-Markt

800 Millionen Mal wurde Pokémon Go weltweit heruntergeladen. Allein 2017 verzeichnete der Entwickler Niantic Labs Einahmen in Höhe von 890 Millionen Dollar. Das sagen Experten zu dem Erfolg der Spiele-App, dem Wirtschaftsmodell der „Mikrotransaktionen“ und der spannenden Zukunft des Spielemarkts.

Dortmund

, 04.06.2018, 10:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut dem Statistikportal „Apptopia“ wurde die kostenlose App „Pokémon Go“ zwischen Juli 2016 und März 2018 weltweit rund 800 Millionen Mal heruntergeladen. Allein in Deutschland 7,7 Millionen Mal. Das bedeutet, dass knapp 11 Prozent der Deutschen das Spiel auf ihrem Smartphone hatten.

Im März 2018 wurde das Spiel laut des App-Analyse-Tools „Sensor Tower“ immerhin noch weltweit 900.000 Mal heruntergeladen. Nach Angaben des US-amerikanischen Spielentwicklers Niantic Labs sollen aktuell noch fünf Millionen Menschen weltweit regelmäßig auf Monsterjagd gehen. Gesonderte Zahlen für Deutschland werden nicht benannt.

Umsatzwunder Spiele-Apps

Wohl aber, welcher Umsatz mit der App gemacht wird. Denn obwohl sie weiterhin kostenlos ist, können Spieler gegen reales Geld Zusatzartikel wie Speicherplätze oder (virtuelle) Brutmaschinen für die Pokémon einkaufen. „Mikrotransaktionen" nennt sich dieses Geschäftsmodell. Im aktuellen Jahresbericht gibt Niantic an, dass 2017 durch diese sogenannten Mikrotransaktionen 890 Millionen US-Dollar eingenommen wurden.

„Game“, der Verband der deutschen Unterhaltungssoftware-Branche, weist „Pokémon Go“ auf Platz 9 der erfolgreichsten Mobile-Apps auch des vergangenen Jahres aus. Ein anhaltender Erfolg, der laut „Game“-Geschäftsführer Felix Falk auch dem allgemeinen Trend in der Unterhaltungssoftware-Branche entspricht. „Spiele-Apps bleiben einer der stärksten Wachstumsmotoren für den deutschen Games-Markt und eine der beliebtesten Anwendungen auf Smartphones und Tablets in Deutschland.

Allein 2016 ist der Umsatz mit Spiele-Apps für Smartphones und Tablets um 30 Prozent auf 409 Millionen Euro gewachsen“, so Falk. Auch 2017 habe es ein Wachstum gegeben, die genaue Zahl sei aber bisher noch nicht veröffentlicht, teilte „Game“ mit. Auch für die kommenden Jahre seien die Prognosen für diesen Markt sehr positiv.

Derzeitiger Spitzenreiter in diesem Spiele-Segment ist der Titel „Gardenscapes“, der im März 2018 noch vor „Pokémon Go“ die umsatzstärkste App darstellte. Das Spiel des russischen Entwicklers „Playrix“ ist eine relativ konventionelle Sammlung von Minispielen, die allerdings knackig schwer ist. Durchaus kommerzielles Kalkül, denn weniger gute Spieler müssen bei Misserfolgen längere Zeit warten, um sich nochmals zu versuchen. Wer schneller wieder spielen will, muss mit Echtgeld den nächsten Versuch erkaufen.

Vorreiter für Wünsche und Erwartungen der Kunden

Solche Spiel-Modelle, wie auch technologisch weitaus innovativere Konzepte werden sich auch künftig gleichbedeutend in den Umsatz-Bestenlisten behaupten, meint Felix Falk. „Insgesamt gehen wir bei Spiele-Apps von einer weiter stark wachsenden Vielfalt aus, sowohl inhaltlich als auch technologisch und in Bezug auf die Geschäftsmodelle. So wird es mehr Spiele geben, die unterschiedliche Monetarisierungsstrategien kombinieren, beispielsweise In-App-Käufe, Abonnements und Werbung“, so Falk.

Gerade Spiele seien Vorreiter, indem sie sich fortlaufend an die Wünsche und Erwartungen ihrer Kunden anpassen und die Angebote dynamisch immer weiter verbessern würden. „Technologisch werden Virtual-Reality-Spiele mit der steigenden Verbreitung entsprechender Smartphone-Halterungen wichtiger werden.“ Und auch Augmented Reality (erweiterte Realitäten wie im Falle von „Pokémon Go“, bei dem die reale Welt als Spielfeld auf dem Handy-Display dient) würden in diesem Zusammenhang in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.