Wegen Corona: Gastwirte wollen so lange wie möglich draußen bewirten

hzCorona-Beschränkungen

Auch für die Coesfelder Gastronomen heißt es, nach allen Einbußen während des Lockdowns in der Corona-Krise die Freiluftsaison so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

von Manuela Reher

Coesfeld

, 19.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Allerdings blicken jetzt alle Gastronomen mit Sorge auf die kalte Jahreszeit. Wolfgang Flüchter, Inhaber der „Kaffeemühle“ in der Bernhard-von-Galen-Straße, ist froh, dass er bereits vor zwei Jahren vorgesorgt hat. „Da war Corona noch lange nicht in Sicht“, sagt er. Der Gastronom hat in teure Infrarotstrahler investiert, die die Gäste draußen an den Tischen schön warmhalten. Nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Unterhaltung sei die Installation sehr teuer.

„Aber ohne Heizung kommt man hierzulande ab Ende September oft nicht mehr aus“, kommentiert er. Zu diesem Zeitpunkt werde er auch draußen seinen Windschutz aufbauen, um den Gästen trotz kalter Temperaturen einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Flüchter geht davon aus, dass der Bierkonsum zurückgehen wird und heiße Getränke, zum Beispiel Glühwein und Kakao, verstärkt nachgefragt werden. Der Gast müsse sich darauf einstellen, notfalls seine eigene Decke mitzubringen. Die komplette Gastronomie werde sich verändern. Was man sonst aus dem Skiurlaub kenne, könne zu einem neuen Erlebnis werden.

Umgestaltung der Straße

Das bestätigt auch Uschi Aupers-Schneider vom Café Central in der Bernhard-von-Galen-Straße. „Wir werden draußen so lange bewirten, wie es eben geht“, sagt die Gastronomin. Mit der Umgestaltung der Straße sei es möglich geworden, draußen noch mehr Platz für die Tische zu haben. Nicht erst durch die Corona-Pandemie, sondern bereits mit Beginn des Rauchverbots in den Gaststätten habe sich die Gastronomie mehr und mehr nach draußen verlagert. Ob Kissen und Decken ausgelegt werden, müsse noch überlegt werden, sagt sie. Schließlich müsse alles „stets fleißig desinfiziert“ werden.

Jetzt lesen

Die Gäste seien in jedem Falle gut beraten, bei kalten Temperaturen mit wärmender Jacke zu kommen, wenn sie draußen Platz nehmen wollen. „Wir werden die Entwicklung sehr genau beobachten“, sagt Uschi Aupers-Schneider. Das komplette Team vom Café Central hoffe, dass sich der Herbst von seiner schönsten Seite zeigt. Die Gäste werden draußen gewärmt durch elektrische Strahler, die unter der Markise eingebaut seien.

Brauhaus rüstet für Verlängerung nach

Auch im Brauhaus Stephanus setzt Matthias Rulle auf Elektro- und Schwarzlichtstrahler im Biergarten, der mit Planen geschützt sei. Am ersten September-Wochenende habe das Brauhaus nachgerüstet, um die Freiluftsaison 2020 zu verlängern. „Am liebsten bis Heiligabend“, sagt Gastronom Matthias Rulle. Auch er hofft darauf, dass die Gäste das Open-Air-Angebot in Scharen annehmen.

Josef Mersmann, Inhaber des Jakobihofes an der Ecke Letter Straße/ Hinterstraße, hat draußen vor der Tür nur begrenzte Möglichkeiten, seine Gäste zu bewirten. „Aber wir haben ein Ass im Ärmel“, blickt er optimistisch in die Zukunft. Er beabsichtigt, im Innenhof eine nicht genutzte Stellfläche für einen Wintergarten zu nutzen. „Ob wir dann sogar ohne Heizelement auskommen, muss noch geklärt werden“, sagt Josef Mersmann.

Lesen Sie jetzt