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Werder-Fans zu Gast in Castrop: "Ich hätt' gerne noch mal gejubelt"

CASTROP-RAUXEL Dienstag, 29. Januar, 85. Minute im Pokalfight der Borussia gegen Werder Bremen, der Signal-Iduna-Park kocht. Gerade hat Schiri Fandel den zweiten Elfer gegen die Schwarz-Gelben gegeben. Wenn Diego ihn reinmacht, gibt es Verlängerung. "Schieß ihn rein, ich will doch auch noch mal jubeln", ruft Hildegard Möhlmann (56) ganz oben auf der steilen Westtribüne. Diego hört nicht, Ziegler hält - aus, vorbei, Schluss.

von Von Marc Stommer

, 02.02.2008

 "Naja, schade, aber den Dortmundern gönn` ich's auch", sagt Hildegard Möhlmann, geborene Kuhn, einen Tag später mit ein wenig Abstand und unverkennbar norddeutschem Zungenschlag. Sie und ihr Mann Reiner (55) sind extra aus dem Süd-Oldenburger Land zum Pokalspiel angereist. "Wir kommen aus Goldenstädt bei Vechta", erklärt Reiner. Da ist man natürlich Werder-Fan. Ohne Dauerkarte zwar, aber eben doch Werder-Fan.

Ganz anders als ihre Kinder: Petra (29) und Jörg (24) Möhlmann sind eingefleischte Borussen. Und zwar ganz genau seit ihr Cousin Daniel Kuhn, Fußballer aus Castrop-Rauxel, auf dem Sprung in den Profi-Kader beim BVB war. Das war Ende der 80er Jahre. Daniel spielte später in verschiedenen Vereinen der Amateur-Oberliga, ins Profilager hat er es nicht ganz geschafft.

Petra und Jörg blieben trotzdem in ihrem Herzen Schwarz-Gelb. "Das erste Auto von Petra war ein Golf 3 in Gelb, mit schwarz abgesetzten Stoßstangen", erinnert sich Vater Reiner schmunzelnd. Die Kinder waren es auch, die sie zum Pokal-Besuch überredeten. "Sie haben gesagt: In das neue Stadion müsst ihr unbedingt mal. Das ist was ganz anderes als das Weserstadion", erzählt Hildegard. Und, hatten sie Recht: "Na klar, es war überwältigend, die Südtribüne, diese schwarz-gelbe Wand neben uns."

Allofs und Klasnic getroffen

Besorgt hatte die Karten für die Westtribüne ihr Bruder Heinz Kuhn (69), Vater von Daniel. Der hatte sich schon 1958 aus dem Oldenburger Land beruflich nach Duisburg aufgemacht und ist später in Castrop-Rauxel heimisch geworden. "Heinz wusste auch, dass die Bremer Mannschaft vor dem Spiel im Hotel Goldschmieding logiert", sagt Reiner.

Da gab's dann kein Halten mehr. Die Möhlmanns machten sich sofort auf zum Quartier der Bremer - und hatten Glück: "Wir haben den Allofs und Klasnic noch getroffen ", erzählt Hildegard. Um 19 Uhr fuhren die Bremer erst ab zum Stadion. Vielleicht zu spät, um sich optimal vorzubereiten? Reiner: "Naja, wir waren ja schon ganz gut und ich hätte gerne noch Verlängerung und Elfmeterschießen gesehen, aber wer im Fußball die Tore nicht macht ..." Diego war's und Hildegard durfte nicht mehr jubeln.

 

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