Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bücherschatz im Holzturm

WERNE 24 Stufen Aufstieg sind es bis in den Bücherturm. Hinter einer schlichten Holztür verbirgt sich dort eine Schatzkammer aus geschnitzten Holzregalen und alten Bücherrücken: Die Bibliothek des Kapuzinerklosters zieht jeden Besucher sofort in ihren Bann - auch RN-Redakteurin Irene Steiner.

von Von Irene Steiner

, 15.02.2008

Die inneren Werte erschließen sich auf den zweiten Blick. Dann aber nachhaltig. Wolfgang Albers ist in jedem Fall der Faszination der alten Bücher in dem wunderschönen Raum erlegen. Und er lebt diese Passion seit einem Jahr intensiv: Einen Tag in der Woche widmete er 12 000 Büchern, die in den letzten Jahren als Schenkung in die Bücherei kamen, aber nicht eingeordnet wurden.

Ein Jahr Arbeit hat sich gelohnt

 Ein Jahr lang hat er gesichtet, sortiert und strukturiert. Jetzt stellt er die letzten Bücher an ihren Platz im Regal. Dabei fing alles harmlos an: "Pater Suitbert hat mich gefragt, ob ich nicht ein ,paar Schilder' machen wollte", schmunzelt der 67-Jährige in Erinnerung an den informellen Auftrag. "

Und ich war mir zu Beginn gar nicht sicher, ob ich das kann." Doch Wolfgang Albers konnte. Auch weil er mit liebevoller Hingabe an die Aufgabe heranging. Zunächst ein Blick auf das alte Vorbild: "Die alte Klosterbibliothek ist wie alle kirchlichen Bibliotheken konzentrisch aufgebaut. Die Kirche steht in der Mitte, alles andere gruppiert sich rundherum ."

Spirituelle Bücher in den Mittelpunkt

Das reichte Wolfgang Albers als Struktur für "seinen" Teil der Bibliothek nicht. Doch er wollte keinen durchgängig alphabetischen Aufbau ("Da steht zeitlich alles durcheinander"), aber auch keinen rein chronologischen ("Da steht inhaltlich alles durcheinander").

So ging Wolfgang Albers einen ganz eigenen Weg: "Ich fand, dass in einer Klosterbibliothek das Spirituelle im Mittelpunkt stehen sollte. Und hässliche Bücher sollten aus dem Blick, weil der Raum so schön ist." So fängt der Rundgang im untersten Geschoss der Bibliothek mit Texten zur Bibel an, geht über "Ordenleben" zu Franziskus. Zwei Regalwände füllen die Bücher von und zu dem Ordensgründer. Es folgen Werke über Leben und Wirken von Heiligen, anderthalb Regalfächer füllen Bände zur Heiligen Maria, dazu Bücher über Mystik, über die Praxis des "Vollkommenheitsstrebens" aber auch ganz Profanes von Tangram über Reiseberichte bis zu Kriminalromanen.

Alles in allem ein Fundgrube. Nicht nur, aber in Praxis fast ausschließlich für die Patres des Kapuzinerklosters. Und die können sich nun aus wohlsortierten Beständen bedienen. Nur katalogisiert ist die "neue Bücherei" noch nicht. " Aber eigentlich lohnt das nicht für die paar Ausleihen.

Einzigartiges Entleihsystem

Hier reicht es, wenn man einen Band aus dem Regal zieht, einen Zettel an den Platz legt und es dann wiederbringt. Wenn ich dann einmal in der Woche da bin, weiß ich ja auch, wohin es gehört", entwirft Wolfgang Albers ein einzigartiges Entleihsystem für die Klosterbibliothek. Und stockt. "Ja", sinnt er seinen eigenen Worten nach, " das wär' vielleicht etwas..." In jedem Fall eine Gelegenheit, erneut einmal wöchentlich in die wunderbare Bücherwelt des Kapuzinerklosters einzutauchen.

  

Lesen Sie jetzt