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Deutschkenntnisse ebnen Weg zu neuer Unabhängigkeit

STOCKUM Einkaufen kann richtig schwierig sein. Wenn man die Sprache nicht beherrscht, wird der Alltag in einem "fremden" Land kompliziert. Das wollen einige türkische Frauen nun ändern. Die nehmen zurzeit an einem speziellen Deutschkursus teil.

von Von Irene Steiner

, 19.02.2008

"Mama, du sprichst komisch deutsch!" Sebahat Gün lacht. Denn mit diesen deutlichen Worten gab ihre sechsjährige Tochter Melih ihr den entscheidenden Schubs, sich bei dem Deutschkurs für ausländische Frauen anzumelden, der zurzeit im evangelischen Gemeindezentrum in Stockum läuft.

Ganz allein musste Sebahat Gün auch nicht gehen: Mit ihr kamen Nachbarinnen und Freundinnen. Und nun sitzen hier sechs Frauen, die aus ihrem vertrauten türkischen Umfeld heraus ins alltägliche deutsche Leben treten wollen. Und dafür lernen sie deutsch.

Ziel: Allein einkaufen

"Es macht Spaß, aber es ist ein bisschen schwer", klagt Sebahat Gün. Vor allem die Artikel im Deutschen machen den türkischen Frauen zu schaffen. "Das gibt es im Türkischen nicht. Das Haus ist einfach Haus", ergänzt Sengül Sarogin. Doch auch sie hat der Ehrgeiz gepackt. "Ich will alleine einkaufen gehen oder auch allein zum Doktor", gibt sie scheinbar ganz unspektakuläre Ziele vor. Doch für sie steht die Bewältigung solcher Situationen für Unabhängigkeit von der Hilfe der sprachkundigen Familienangehörigen.

Und da es im Wesentlichen um die Bewältigung des Alltags geht, orientiert sich der Sprachkurs intensiv an der Lebenswelt der türkischen Frauen. Und Spaß machen soll das Lernen auch. "Ich arbeite viel mit Spielen", gibt die Kursleiterin Juditha Siebert die Richtung vor.

Lernen und reden

Eine Tafel zeigt auf kleinen Feldern Abbildungen von alltäglichen Gegenständen: Ein Haus, ein Fenster, Mäuse, eine Beule und und und. Und dann gibt es kleine Karteikarten, auf denen die dazugehörigen deutschen Begriffe stehen. In Windeseile finden die Kärtchen ihren Platz auf den Zeichnungen. Geschafft.

Und dann wird geübt. "Zwei Stunden wird gelernt, in der letzten Stunde unterhalten wir uns dann", beschreibt Juditha Siebert den Ablauf des Morgens. Damit Mamas Deutsch bald nicht mehr "komisch" klingt.

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