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Ex-Freundin sagte im Elternmord-Prozess aus

DORTMUND/WERNE "Er war aufmerksam und ruhig, nie aufbrausend oder aggressiv." Die Ex-Freundin des mutmaßlichen Elternmörders Carsten O. (41) zeigte sich gestern vor dem Dortmunder Schwurgericht noch immer geschockt über die Bluttat vom 21. Juni.

von Von Martin von Braunschweig

, 07.02.2008
Ex-Freundin sagte im Elternmord-Prozess aus

Der Angeklagte Carsten O. verdeckte bei Prozessauftakt im Januar im Gerichtssaal sein Gesicht.

Mit Hilfe der 35-Jährigen versuchten die Richter, sich ein Bild vom Geisteszustand des Beschuldigten zu machen. Die Staatsanwaltschaft geht bekanntlich davon aus, dass O. psychisch so krank ist, dass er für die Tötung seiner Eltern nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.

Ex-Freundin keines Blickes gewürdigt

Statt um eine Bestrafung geht es in dem Prozess um die Frage, ob der Werner auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden muss. Carsten O. würdigte seine Ex-Freundin kaum eines Blickes, als sie den Gerichtssaal betrat. Im Januar 2005 hatten sie sich kennen gelernt. "Er hat viel getrunken und Beruhigungstabletten genommen", erinnerte sich die Zeugin. "Ein, zwei Flaschen Wein pro Abend waren die Regel."

Die 35-Jährige zeichnete das Bild eines einfühlsamen Menschen, der mit sich im Unreinen war. O. habe viel gegrübelt, sich über alles und jeden Gedanken gemacht. Auch darüber, dass seine Eltern ihre Liebe offenbar eher seinem Bruder Andrew schenkten. Dem Mann, der ihm im Prozess als Nebenkläger gegenüber sitzt. "Die Beiden hatten kein gutes Verhältnis", so die Ex-Freundin.

"Manchmal nicht mehr ansprechbar"

Die 35-Jährige meint, den Grund dafür zu kennen, dass sich O. an die Stunden, in denen seine Eltern starben, angeblich nicht mehr erinnern kann. "Wenn er seine Tabletten genommen und viel Alkohol getrunken hatte, war er manchmal nicht mehr ansprechbar. Und am nächsten Tag wusste er von nichts mehr. Das waren Momente, mit denen ich schlecht umgehen konnte." Der Arzt, der den Werner zurzeit in Lippstadt-Eikelborn behandelt, kann die Schilderungen eines massiven Tabletten-Missbrauchs nachvollziehen. "Er hat nach seiner Aufnahme Entzugserscheinungen gezeigt", sagte der Zeuge. Der Prozess wird fortgesetzt.

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