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Gründet die Stadt eigene Stadtwerke?

WERNE Zurück in die Zukunft: Die Stadt Werne wird möglicherweise - wie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts - eigene Stadtwerke gründen. Zumindest die Stromversorgung könnte die Stadt am Dezember 2010 in Eigenregie übernehmen, denn 1990 geschlossene Konzessionsvertrag mit dem Energieversorger RWE läuft aus.

von Von Rudolf Zicke

, 06.02.2008

"Warum sollen wir den Stromgiganten allein das Feld überlassen", erklärte gestern Bürgermeister Rainer Tappe, weshalb sich die Stadt - möglicherweise - von RWE trennen und eigene Stadtwerke gründen wird. Prinzipiell gehöre ohnehin die Ernergieversorgung zu den Aufgaben des Daseinsvorsorge, um die sich eine Kommune zu kümmern habe.

"Ich denke, dass Stadtwerke einige Vorteile mit sich bringen können", so Tappe weiter. Sie könnten, vereinfacht ausgedrückt, das Stromnetz der RWE übernehmen, den Strom beim günstigsten Anbieter einkaufen und den Bürgern anbieten. Erwirtschaftete Gewinne könnten in vielfältiger Weise, nicht nur über den Strompreis, der Allgemeinheit zugute kommen.

Keine riesige Organisation

Allerdings soll auch die Gründung von Stadtwerken keine "riesige Organisation" nach sich ziehen, betonte Rainer Tappe. So sei zu überlegen, welche Dienstleistungen man mit eigenem Personal erbringen könne, welche man besser einkaufe, inwieweit man mit Stadtwerken anderer Kommunen zusammenarbeiten könne.

"Im Moment denken wir nur über Stadtwerke für die Stromversorgung nach", sagte Tappe ferner. Denkbar sei langfristig auch die Übernahme der Gasversorgung; allerdings laufe dieser Konzessionsvertrag noch etliche Jahre. In Regie der Stadtwerke könnte auch die Abwasserentsorgung erfolgen.

Dass die Gründung von Stadtwerken keine unrealistische Vision darstellt, belegt die Verwaltungsvorlage für die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 13. Februar.

Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort

Ein renommiertes Beraterbüro hat die Möglichkeiten einer Stadtwerke-Gründung untersucht und sieht einige Punkte, die für eine kommunalen Stromversorger sprechen: Dazu gehörten unter anderem die Schaffung von Arbeitplätzen vor Ort, mehr Kundennähe und steuerliche Vorteile.

Vor einem Beschluss zur Stadtwerkegründung, betonte Bürgermeister Tappe, seien aber noch viele Fragen zu klären. Beispielsweise sollen die Risiken eingehender untersucht und die steuerrechtliche Seite werden.

So wird der Finanzausschuss voraussichtlich zunächst beschließen, den Strom-Konzessionsvertrag mit RWE nicht zu verlängern und die Gründung von Stadtwerken vorzubereiten.

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