Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Puzzleteile entpuppen sich als Kunst

WERNE Bunte Glasscherben, kunstvoll zusammengefügt in monatelanger Kleinstarbeit. Das Ergebnis zeigt: Die Mühe hat sich gelohnt. Pfarrer Klaus Martin Niesmann ist einfach begeistert von den restaurierten Kirchenfenstern.

von Von helga Felgenträger

, 22.02.2008

"So schön habe ich mir die alten Fenster nicht vorgestellt", berichtet der Pfarrdechant der Kirchengemeinde St. Christophorus auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Es geht um die Kirchenfenster der früheren Krankenhauskapelle, die 1974 abgerissen worden war.  Peter Poppenborg aus Horst restaurierte die Fenster in mühevoller Kleinarbeit .

Ein wahrer Kunstschatz

Das bunte Bleiglas zeigt die Kreuzigungsszene mit Jesus Christus, der Heiligen Barbara, dem Heiligen Franziskus und der Engelschar. Niesmann ist begeistert und entscheidet spontan. "Die Fenster müssen wieder ins Krankenhaus zurück", lautet sein Entschluss. Begeistert darüber ist vor allem Willi Lülf, Kurator der Christophorus-Stiftung. Der Heimatpfleger hatte über viele Ecken von den alten Fenstern gehört. Auch er war überzeugt: "Den Kunstschatz dürfen wir uns nicht entgehen lassen", bemerkt Lülf im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Schrotthaufen aus bunten Glasscherben

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", sagt Kunstglaser und Restaurator Peter Poppenborg von dem Besuch der beiden Männer im Januar. "Mir lag soviel daran, dass die Fenster in Werne bleiben", sagt er und hatte doch viel Zeit mit der Restaurierung verbracht. "Monatelang saß ich über den bunten Glasscherben und hab gerätselt, welches Teil wohin gehört".

Es war ein richtiger Schrotthaufen, dem ihm ein Besucher 2006 auf dem Kunstmarkt angeboten hatte. Er konnte nicht "Nein" sagen, nahm das Sammelsurium, das über 30 Jahre in einer Garage schlummerte, mit nach Hause und fing an zu puzzeln. "Die größeren Teile schaute ich mir auf dem Leuchttisch an". Anschließend wurden die Teile abfotografiert. Nach und nach kristallisierten sich die Heiligenfiguren aus dem Scherbenhaufen heraus.

Fast so gut wie das Original

Kopfzerbrechen machte ihm lange Zeit die Heilige Barbara. Erst ein Priester aus Werl gab ihm den Tipp der Attribute. Er  zeigt  auf die Symbolik, den Turm an der Seite der Heiligen Barbara. Nachdem er die Einzelteile Stück für Stück zusammensetzt hatte, wurden sie in Blei gegossen und gebrannt. Es entstanden kleine Kunstwerke. "Es ist nicht das Original", betont Poppenborg. Dafür fehlten zu viele Einzelteile, weiß er und hatte die zündende Idee, die Motive in einzelne Rahmen zu stellen.

So entstanden sieben Kunstwerke, die an starken Ketten aufgehängt werden können. "Die würde auch gut bei mir zu Hause reinpassen", sagt Willi Lülf und schwärmt vor allem für die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute.

Lesen Sie jetzt