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Schildbürgerstreich am Jakobsweg

WERNE Man mag es kaum glauben. Da feiern Stadt, Kloster, Museum und SGV den „Werner“ Jakobsweg, marschieren los und kleben die blauen Schilder mit der gelben Muschel auf – und dann kommt einer daher und kratzt die Schilder wieder ab.

22.02.2008
Schildbürgerstreich am Jakobsweg

Wegekennzeichner Dieter Becker vom SBV-Bezirk kratzt mit einer Drahtbürste die Schilder ab.

Der eine ist nicht irgendeiner: Es ist Dieter Becker, Fachreferent für Wege des SGV, Bezirk Hellweg-Lippe, seit 26 Jahren Wegewart. Er hat die Genehmigung für die Kennzeichnung in der Tasche und plante für gestern Morgen die Markierung in der Innenstadt. Doch dann traute er seinen Augen nicht: Die Schilder klebten schon und das an falscher Stelle. „Es ist mir ein Rätsel. Wer hat hier geklebt? Das ist nicht legal“, ist er streng. „Die Wegführung ist schlichtweg falsch, der offizielle Weg führt nicht am Kloster vorbei“, vergleicht er mit seinen Unterlagen, der offiziellen Wegführung, die an der Christophorus-Kirche in Richtung Lünen führt.

Die Schilder müssen weg

Wenn nicht heute, dann morgen, werden die Schilder entfernt, kennt Becker kein Pardon. Er konnte auch nicht verstehen, wie ein Schild an so historischer Stätte wie das Klostergebäude angebracht werden konnte. „Das tut weh“. Pater Suitbert fiel gestern aus allen Wolken, als er auf unsere Anfrage hin von der „falschen Beschilderung“ hörte. Begegnet ist er dem Wege-Kennzeichner nicht. „Der hat sich bei mir nicht gemeldet“, sagte Pater Suitbert vom Kapuzinerkloster. „Wir sind Herberge, der Weg zum Kloster ist im neuen Reiseführer zum Jakobsweg aufgeführt“.

Es herrscht Ratlosigkeit

„Wie das passieren konnte“, fragt sich auch Ulrike Spichal vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der für die Konzipierung des Weges zuständig ist und erinnert sich, dass die Stadt Werne eine Wegeänderung am Kloster vorbei eingereicht hatte. Ob diese Änderung nicht an den SGV weitergeleitet wurde, ist Mutmaßung. Das Kloster hat sich jetzt beholfen und ein Zusatzschild angebracht. „Lieber SGV, wir sind Herberge“

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