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Souvenirs aus Bethlehem bald in Werne im Verkauf

WERNE Noch sind die Ladenräume am Kirchplatz kalt. In der Mitte steht ein Gasofen, der bei der kalten Witterung Mühe hat, die ehemaligen Räume der Fahrschule Niehues zu heizen. Hier zieht bald ein ganz besonderes Geschäft ein: Souvenirs aus Bethlehem können die Kunden dort erstehen.

von Von Helga Felgenträger

, 20.02.2008

Die fünfjährige Sara rückt immer näher an den Ofen. Der kleine Bethlehem-Souvenirladen, der bereits neugierige Passanten-Blicke auf sich zieht, hat noch nicht geöffnet. "Wir warten auf Ware aus Israel", sagt Nour Mussallam.

Familie fertigt Produkte selbst

Die Regale sind nur zur Hälfte gefüllt mit Kreuzen aus Olivenholz, der Dornenkrone Jesu Christi, Kelchen, Kerzenständern, Wachsbildern. Auf dem Tisch strahlt der Stern von Bethlehem. Aus echtem Perlmutt. Handgearbeitet. "Originalgetreu mit vierzehn Zacken, wie er auch in Bethlehem steht", sagt Mussallam. "Unser Highlight", betont sie, eine Fertigung ihrer Familie.

Alle Produkte fertigt die Familie ihres Mannes in Bethlehem, die sie wehmütig mit ihrem Ehemann Raid Rishmawi und ihren drei Kindern am 28. Januar 2007 verlassen hat. "Es musste sein. Die Unruhen haben uns zermürbt", sagt sie. Bombenangriffe. Überfälle. Anfeindungen.

Hoffen auf Leben in Frieden

"Wir sind Christen und waren in der Minderheit", fügt ihr Ehemann hinzu, in der Hoffnung, in Deutschland ein Leben in Frieden beginnen zu können. Der Alltag hat sich bereits normalisiert. Tochter Sara geht in den Kindergarten, die Söhne Ala und Odeh besuchen das Anne-Frank-Gymnasium, beide sind Messdiener in der Christophorus-Kirche.

Die Integration schreitet voran. Ihr Mann, einst Bauleiter in Bethlehem, besuchte einen Integrationskurs. "Die Sprache fällt ihm noch schwer", sagt die 33-Jährige. Sie selbst spricht fließend Deutsch.

Verliebt im Land der Eltern

"Ich bin in Dortmund geboren. Habe hier auch bis 1992 gelebt". Dann kam die entscheidende Wende. Sie buchte einen Urlaub in Bethlehem, um das Land ihrer Eltern kennen zu lernen, und verliebte sich. Sie blieb gleich dort. Nun ist sie wieder ins Ruhrgebiet zurückgekehrt. "Mit dem Verkauf der heiligen Souvenirs wollen wir auch unsere Familie unterstützen", sagt sie. Nach Bethlehem kommen keine Touristen mehr, da lassen sich Andenken nicht mehr verkaufen.

Sobald die Lieferung aus Israel eingetroffen ist, spätestens in einer Woche, öffnet der Bethlehem-Shop. Die Schönheit der Souvenirs konnten die Werner Bürger schon im Dezember bewundern - auf den Weihnachtsmärkten der Freilichtbühne und der Stadt Werne.  

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