Westfalen-Tarif: Preisänderungen werden wohl nicht zum Sommer umgesetzt

hzVerkehr im Kreis Borken

Der mühsam in den unterschiedlichsten Gremien im Münsterland gezimmerte Kompromiss zur Preiserhöhung im Westfalen-Tarif ist wohl vom Tisch. Die Fahrpreisänderung verschiebt sich. Warum?

von Josef Barnekamp

Kreis Borken

, 14.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist doch schwieriger als gedacht: Noch vor wenigen Wochen schien es so, als ob die Preis-Änderungen für den Westfalen-Tarif im öffentlichen Personennahverkehr ab 2020 die politischen Gremien im Münsterland passieren würden. Auch im Verkehrsausschuss des Kreises stimmte eine Mehrheit den Vorschlägen zu, die eine rund zweiprozentige Anhebung einiger Ticket-Preise, aber auch eine deutliche Absenkung der Preise für sogenannte 9-Uhr-Tickets vorsehen.

Jetzt lesen

Jetzt hat Kreisverkehrsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow am Donnerstag im Kreistag angekündigt, dass der mühsam in den unterschiedlichsten Gremien im Münsterland gezimmerte Kompromiss „momentan vom Tisch“ sei und die Fahrpreisänderung zum 1. August möglicherweise nicht umgesetzt werden könnten.

Mindereinnahmen befürchtet

Der Grund ist offenbar, dass private Verkehrsunternehmen Bedenken gegen die geplante Senkung des Preises für 9-Uhr-Tagestickets angemeldet haben, weil sie Mindereinnahmen befürchten.

Und: Ohne dass diese Bedenken ausgeräumt würden, werde es wohl keine Zustimmung aller Verkehrsunternehmen zu der Tarifmaßnahme geben, heißt es in einem Vermerk der Verwaltung.

Zudem gebe es „rechtliche Restbedenken“ gegen die öffentlich geförderte Absenkung der Ticketpreise. Deswegen will man das Ganze jetzt klären lassen.

Die SPD bekräftigte im Kreistag, dass sie bei ihrem „Nein“ aus dem Verkehrsausschuss bleibe. „Wir tragen keine Tariferhöhung mit“, sagte SPD-Sprecherin Elisabeth Lindenhahn. Auch die Grünen sagten, man sei „nicht glücklich darüber, dass die Tarife steigen sollten.

Lesen Sie jetzt