„Wir sind in Alarmbereitschaft“: NRW bereitet sich auf Orkan „Sabine“ vor

Sturmwarnung

Am Sonntag zieht Orkan „Sabine“ auf, der es in sich hat. Die Vorbereitungsmaßnahmen laufen bundesweit auf Hochtouren - Fußballspiele werden abgesagt und Schulen bleiben Montag geschlossen

NRW

07.02.2020, 14:46 Uhr / Lesedauer: 3 min
„Wir sind in Alarmbereitschaft“: NRW bereitet sich auf Orkan „Sabine“ vor

Der Wetterdienst sagt am Wochenende einen schweren Sturm voraus. © picture alliance/dpa

Der Deutsche Wetterdienst hat vor einem schweren Sturm ab Sonntag gewarnt.

„Das Sturmfeld eines Orkantiefs vor der Küste Norwegens erfasst ab Sonntag ganz Deutschland mit Höhepunkt in der Nacht zum Montag“, schrieb der DWD im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Feuerwehr rät den Bürgern, sich während des Sturms nicht im Freien aufzuhalten.

In Nordrhein-Westfalen wird der Höhepunkt zwischen Sonntagabend, 21 Uhr, und Montagmorgen, 6 Uhr, erwartet, wie Meteorologe Bernd Hussing sagte. „Wie stark das jetzt wird, ist noch ein bisschen unsicher.“ Die verschiedenen Modelle seien sich noch nicht einig. Für die stärksten Böen werde derzeit mit den Windstärken 9 bis 12 gerechnet. „Mit mehr als 120 Stundenkilometern rechnet derzeit kein Modell.“ Welche Region in NRW am stärksten betroffen sein werde, sei noch unklar.

Live-Sturmticker für die Stadt Dortmund

Die aktuellen Informationen rund um die Stadt Dortmund sind im lokalen Sturmticker hier zu verfolgen:

„Sabine“ im Vergleich

Zum Vergleich: Beim verheerenden Orkan Kyrill im Januar 2007 wurde die stärkste Böe in tiefen Lagen in Düsseldorf mit 145 Stundenkilometern registriert. Das aktuelle Orkantief soll den Namen „Sabine“ erhalten.

NRW-Schulministerium: Schulen und Eltern können selbst entscheiden

Auch am Montagvormittag soll es laut Deutschem Wetterdienst noch Sturmböen und sogar vereinzelte Orkanböen geben. Angesichts des erwarteten Sturms hat das NRW-Schulministerium Schulen und Schulträger auf die Möglichkeit hingewiesen, am Montag den Unterricht ausfallen lassen zu können.

„Oberste Priorität hat die Sicherheit und Unversehrtheit aller Schülerinnen und Schüler“, sagte Staatssekretär Mathias Richter (FDP) am Freitag laut Mitteilung. Das Ministerium betonte, dass auch Eltern am Montagmorgen entscheiden dürften, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, „sollten sie den Schulweg für unzumutbar und nicht sicher erachten“.

So regeln es beispielsweise auch die Städte Haltern, Castrop-Rauxel, Nordkirchen, Schwerte und Dortmund. Dort entscheiden die Schulen jeweils unterschiedlich. Weitere Informationen sollte Sie auf den jeweiligen Homepages der Schulen erhalten.

Hier finden Sie, welche Schulen aus Dortmund sich bereits geäußert haben.

In diesen Städten fällt der Unterricht aus

Die Stadt Neuss kündigte am Freitag bereits an, dass am Montag an Neusser Schulen kein Unterricht stattfinden werde. Am Dienstag werde voraussichtlich wieder Unterricht stattfinden, hieß es in der Mitteilung der Stadt. Auch in Kaarst, Rommerskirchen Grevenbroich, Langenfeld und Tönisvorst soll der Unterricht ausfallen, berichtet die Rheinische Post.

In der Stadt Selm fallen am Montag Schule und OGS. Auch in Werne und Lünen wird es am Montag keinen Unterricht geben.

Die Schulen in Köln, Düsseldorf, im Kreis Paderborn und in Schwelm in Westfalen sollen nun auch am Montag geschlossen bleiben, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Damit schließen sich diese Gemeinden Städten an, die sich dafür bereits am Freitag entschieden hatten.

So bereitet sich Bahn und Straßenbau auf „Sabine“ vor

Bei der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen laufen die Sturm-Vorbereitungen auf Hochtouren. „Wir verstärken in allen Bereichen und bereiten uns auf Sabine vor“, sagte eine Bahnsprecherin am Freitag in Düsseldorf. So werde das Personal in den Leitstellen und Betriebszentralen erhöht, Schichtpläne würden angepasst. „Parallel werden Reparaturfahrzeuge ins Standby gesetzt.“ Die Maßnahmen sind in einem vierstufigen Plan festgelegt.

Das Augenmerk liege darauf, die Strecken so schnell es geht wieder befahrbar zu machen, teilte die Bahn weiter mit. Im Ernstfall räumten die Mitarbeiter vor Ort mit Spezialgeräten die Gleise frei und reparierten Technik und Oberleitungen. Die häufigste Folge von Unwettern bei der Bahn seien Schäden an den Oberleitungen.

„Wir sind in Alarmbereitschaft“, ergänzt eine Sprecherin am Samstag. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen seien in Bereitschaft, um gegebenenfalls Gleise von umgefallenen Bäumen zu befreien. Außerdem stelle man an großen Bahnhöfen Aufenthaltszüge bereit, falls Reisende bei Ausfällen vor ihrem Ziel stranden sollten.

Beim Landesbetrieb Straßenbau wurden Rufbereitschaften verstärkt.

Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf

Auch die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf werden „sturmfest“ gemacht. Ab dem Nachmittag könne es bis Montag zu Unregelmäßigkeiten oder Ausfällen kommen, teilten die Flughäfen am Sonntag auf Twitter mit. Passagiere sollten sich bei ihren Airlines darüber informieren, ob ihr Flug planmäßig abhebe.

Diese Maßnahmen treffen Städte außerdem

  • In Dortmund fallen viele Veranstaltungen aus: Außenanlagen, wie Sportplätze und Parks, werden heute ab spätestens 15.30 Uhr geschlossen. Auch der Zoo, Museen und Schwimmbäder schließen früher. Veranstaltungen in der Oper und im Konzerthaus nach 17 Uhr entfallen.

  • In Castrop-Rauxel und Schwerte fallen die meisten Sportveranstaltungen am Sonntag aus. Auch in Selm,Olfen und Nordkirchen sind zahlreiche Fußballspiele abgesagt.

  • Die Städte Köln und Düsseldorf die Bevölkerung am Freitag, Waldgebiete, Parkanlagen, Friedhöfe und Alleen am Sonntag zu meiden. Die Stadt Köln schließt den Angaben nach den Lindenthaler Tierpark, den Botanischen- und den Forstbotanischen Garten. Die neue Düsseldorfer Waldschule sagte ihren Tag der offenen Tür für Sonntag ab. Der Wildpark am Grafenberger Wald bleibt den Angaben nach ebenfalls zu.

  • Dinslaken sperrt am Sonntagmorgen die städtischen Friedhöfe.

So entwickelt sich das Wetter am Sonntag

Am Sonntag wird der Wind laut Prognose bereits tagsüber immer weiter zunehmen. Nach den aktuellen Modellergebnissen werden die ersten Sturmböen im Nordwesten bereits am Sonntagvormittag erwartet. An der Nordsee sind auch schon erste schwere Sturmböen möglich.

Bereits ab Mittag soll es auch in NRW verbreitet Sturmböen geben, das Ganze bei milden 11 bis 14 Grad, in Hochlagen bei 8 Grad. Immer wieder soll es Schauer geben. Im Flachland fallen dabei insgesamt etwa 10 bis 15 Liter auf den Quadratmeter, im Bergland können es in Staulagen sogar bis zu 40 Liter werden.

In der neuen Woche ist es weiter windig, „aber nicht mehr so doll“, sagte Hussing weiter. Immerhin: Böen mit den Windstärken 8 bis 10 seien weiterhin zu erwarten. Ansonsten sehe es Montag, Dienstag und Mittwoch nach Aprilwetter aus: „Mit Regen, Graupelschauern und im Bergland Schnee.“

kar/iri/dpa

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