WHO: Ausrottung des Coronavirus ist unwahrscheinlich

Coronavirus

Die Welt muss lernen, mit dem Coronavirus zu leben – dieses Fazit zieht jetzt die Weltgesundheitsorganisation. Denn nach heutigem Stand sei es unwahrscheinlich, den Erreger auszulöschen.

Genf

11.07.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die HWO will die Ursprünge des Virus in China untersuchen.

Die WHO will die Ursprünge des Virus in China untersuchen. © picture alliance/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es für unwahrscheinlich, dass das Coronavirus ausgelöscht werden kann. Es sei wichtig, eine Anhäufung von Infektionen auszumerzen, sagte WHO-Experte Mike Ryan. So könne das schlimmste einer zweiten Welle sowie erneute Ausgangsbeschränkungen und Schließungen verhindert werden.

WHO untersucht Ursprünge des Virus in China

Die Zahl der bisherigen Corona-Infizierten beläuft sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) auf mehr als 12,5 Millionen. Alleine am gestrigen Tag verzeichnete die Universität knapp 230.000 neue Infektionen.

Besonders viele Neuinfektionen melden derzeit die USA und Brasilien. In den Vereinigten Staaten infizierten sich am Donnerstag rund 63.200 Menschen erstmals mit dem Sars-CoV-2-Erreger. Die Zahl der Toten gibt die JHU mit mehr als 560.000 an.

Die WHO will zudem die Ursprünge des Coronavirus weiter untersuchen. „Zwei WHO-Experten sind derzeit auf dem Weg nach China, um sich mit anderen Wissenschaftlern zu treffen und sich darüber zu informieren, wie die Krankheit vom Tier auf den Menschen übertragen wurde“, sagte WHO-Chef Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Umgang mit China in der Kritik

Die WHO hatte zuletzt ihre Chronologie der Corona-Pandemie überarbeitet. Daraus geht seit neuestem hervor, dass China erst nach zweimaliger Nachfrage nähere Informationen zum Sars-CoV-2-Erreger mitgeteilt hat. Die ursprüngliche Fassung vom 27. April hatte noch den Eindruck erweckt, dass die chinesischen Behörden den Ausbruch von sich aus bereits am 31. Dezember an die WHO gemeldet hätten.

Experten werfen der WHO immer wieder vor, zu lange gezögert zu haben und dadurch die Ausbreitung der Pandemie befördert zu haben. Auch der Umgang mit China steht in der Kritik. Das hat US-Präsident Donald Trump zum Anlass genommen, die amerikanische Zusammenarbeit mit der WHO zu beenden.

Inzwischen hat die WHO angekündigt, ihren Umgang mit der Corona-Pandemie zu überprüfen. „Es ist eine Zeit der Selbstreflexion“, sagte Ghebreyesus. Die Organisation wolle aus der Vergangenheit lernen, um ähnliches in der Zukunft zu verhindern.

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