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Willi Bücker - Der Herr der Schlüssel bei Westfalia Vinnum

VINNUM Westfalia Vinnum und das Sportzentrum sind seine zweite Heimat. Am Mittwoch (27. Februar) wird Willi Bücker 70 Jahre alt. 54 davon sind fest mit dem Fußball und der Sportanlage in Vinnum verbunden. Ein Porträt.

von Von Heinz Krampe

, 26.02.2008

Eigentlich wäre der Geburtstagsjubilar ein prädestinierter Fall für den DFB-Ehrenamtspreis. Aber alle Versuche, ihn beim Ehrenamtsbeauftragten des Fußballkreises Lüdinghausen für die Ehrung vorzuschlagen, lehnte er in seiner Bescheidenheit bisher ab, denn er bekleidete nie eine offizielle Funktion bei seiner Westfalia.

Doch die meiste Zeit verbrachte er bei seinem Verein und der Sportanlage und kümmerte sich als "Mädchen für alles" um viele Dinge. Eigentlich verdanken ihm die Vinnumer sogar ihren Fußballverein, denn mit August Schwerdt, Hugo Pinnekämper und Josef Klems gehörte er 1954 zu den Gründungsmitgliedern der Westfalia - inzwischen ist er der einzige noch lebende Gründer.

Auf Mannschaftsbildern wird man Willi Bücker kaum finden, denn eigentlich war er mehr der 13. Mann und mehr für die "dritte Halbzeit". "Ich war zu oft krank", begründet der Jubilar schmunzelnd, warum es mit der Fußballerkarriere nie so richtig etwas wurde. Aber wenn es am Sportgelände und im Verein etwas zu tun gab und gibt, dann konnte und kann man hundertprozentig auf ihn zählen.

Der Mann mit der Schlüsselgewalt

Es vergeht kaum ein Tag, den er nicht auf dem Sportgelände verbringt, denn er besitzt die "Schlüsselgewalt" und entscheidet, ob auf den Plätzen - neben der Asche gibt es noch einen Kleinfeld-Rasenplatz - gespielt werden kann. Diese Aufgabe hat er einst von Harry Pontow übernommen.

Bescheiden waren die Anfänge. Zunächst rollte der Ball auf einem abgeernteten Kornfeld, das geebnet und gewalzt wurde. Da musste zunächst auswärts gespielt werden. So dauerte es bis zum 12. August 1956, ehe die offizielle Platzeinweihung vonstatten gehen konnte.

Die Älteren werden sich noch daran erinnern, dass der Platz ein Gefälle von 1,50 Metern hatte. Daher machte sich Bücker irgendwann daran, die Spielfläche zu begradigen, um das "Bergrunter"- beziehungsweise "Bergrauf"-Spielen zu beenden.

Der Zimmermann packt an

Ob beim Bau des Sportheimes, der Fluchtlichtanlage, der Überdachung der "Tribüne", Erstellung der Cafeteria, als Zimmermann war sein handwerkliches Geschick stets gefragt. Die Pflasterung des Vorplatzes und Gehweges um den Platz erledigten Willi Bücker und "seine Mannschaft" ebenfalls.

"Er und seine Helfer vollbringen fast Unmögliches, der Verein schätzt sich glücklich, diesen Mann in seinen Reihen zu haben", hieß es schon in der Festzeitschrift zum 25-jährigen Vereinsjubiläum.

Bei den Spielen grillt er mit Günter Wulfert und versorgt Spieler sowie Schiedsrichter mit Getränken. "Wenn Willi nicht da ist, muss er krank sein", heißt es in Vinnum. Und eine Krankheit ist dem Jubilar wirklich nicht zu wünschen.

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