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Winfried Hetzel: Nach Schule und Amt kommt Ruhestand

CASTROP-RAUXEL Sie werden ohne ihn auskommen müssen - zumindest hin und wieder. Nein, nicht im Sportamt. Vielmehr beim samstäglichen Männersport der KAB Henrichenburg. Diese Übungsgruppe leitet Winfried Hetzel seit Anfang der 90-er Jahre. Er habe künftig ja viel Zeit, sagt der Diplom-Sportlehrer: "Dann werde ich öfter mal wegfahren." Er geht in Ruhestand.

von Von Carsten Loos

, 14.02.2008

Am Freitag (15. Februar) steht Hetzel letztmals im Rathaus dem Bereich Sport und Bäder vor, ehe er zum Monatsende in Pension geht. Den Ruhestand hat sich Hetzel verdient. Nach 37 Jahren in der Stadtverwaltung, nach langen Diskussionen um die Bäderschließungen, nach aufreibendem Ringen um die Schlüsselgewalt in den Turnhallen für die Sportvereine, oder nach der Suche nach einer zukunftsfähigen Lösung für die maroden Sportplätze.

"Ich habe dabei immer meinen Standpunkt vertreten" "Ich habe dabei immer meinen Standpunkt vertreten", blickt Hetzel zurück, "ich habe mich nur mit sehr guten Argumenten vom Gegenteil überzeugen lassen."

Dabei hatte er eine schwierige Position inmitten der Interessen von Sportvereinen, Stadtverwaltung und Politik. Hetzel: "Ich habe mich immer als Mittler zwischen Vereinen und Verwaltung gesehen." Nicht zuletzt, weil er 19 Jahre lang als Sportwart des Stadtsportverbandes gerade dieses Bindeglied war.

Hetzel wurde - gleichsam auf der Durchreise - vor 65 Jahren in Arolsen geboren. Anschließend wuchs er in Duisburg auf. Spielte Feldhandball bei Hamborn 07, stand sogar dreimal in der Nationalmannschaft. Später zog es Hetzel zum Sport-Studium weiter nach Bochum. Er fand dort eine Anstellung an einem Gymnasium als Sportlehrer, schloss sich Teutonia Riemke an - als Hallen-Handballer.

Ruf aus Castrop-Rauxel kam 1971 1971 kam dann der Ruf aus Castrop-Rauxel. Zunächst von der DJK Adler Rauxel, die dringend einen Spielertrainer suchte. Den damaligen Club-Vorsitzenden Johannes Grimmenstein, der zuvor schon Hetzel aus Bochum geholt hatte, bat kurz darauf der Sportamtsleiter Günter Frohnhöfer um Rat bei der Suche nach einem Mitarbeiter in der sportlichen Abteilung der Stadtverwaltung. Schnell hatte man Hetzel als den geeigneten Kandidaten im Visier. Und der zog auch prompt den Job im Rathaus der Stelle an dem Bochumer Gymnasium vor. Mitte der 90-er Jahre wurde Hetzel dann Nachfolger von Frohnhöfer als Amtsleiter.

"Mit Rat und Tat" habe er den Sportvereinen zur Seite gestanden. Musste dabei aber so manche Episode erleben: Vereinsvertreter etwa, die mit ihrer Bekanntschaft zu prominenten Menschen aus Politik und Verwaltung drohten, um ihre Vorstellungen durchzusetzen. Oder solche, die zunächst bei den heimischen Medien anriefen, statt sich gleich der Unterstützung des Sportamtes zu versichern.Lob und Anerkennung vom Bürgermeister

Weshalb auch Bürgermeister Johannes Beisenherz bei der Verabschiedungs-Feier aussprach, was wohl Lob und Anerkennung für Hetzels Wirken sein sollte: "Sie haben in Kauf genommen, dass Sie nicht immer beliebt gewesen sind." Hetzel selbst, der im Gegensatz zu Vorgänger Frohnhöfer und Nachfolger Winfried Heyden nicht Beamter, sondern Angestellter war, zog eine Bilanz seiner Arbeit in seiner höchst eigenen ironischen Art: "Es hätte schlimmer kommen können."

 

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