Chaos an Ausflugsorten: Winterberg macht dicht und sperrt Skigebiete

Coronavirus

Chaos auf den Straßen, Chaos auf den Pisten: Nach dem erneuten Touristenansturm macht die Stadt Winterberg im Sauerland dicht. Die Polizei kontrolliert mit einem Großaufgebot.

Winterberg

03.01.2021, 09:21 Uhr / Lesedauer: 3 min
Eine Aufnahme vom Neujahrstag zeigt: Hunderte Besucher tummeln sich auf den Skipisten in Winterberg.

Eine Aufnahme vom Neujahrstag zeigt: Hunderte Besucher tummeln sich auf den Skipisten in Winterberg. © picture alliance/dpa

Ferien, Schnee und Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass es viele Menschen nach draußen zieht. Der Andrang in den deutschen Wintersportorten ist kurz vor Silvester groß, oftmals zu groß. Die Folge sind überfüllte Parkplätze, kilometerlange Staus und nicht eingehaltene Abstandsregeln.

Immer mehr Politiker, Bürgermeister und die Polizei appellieren daher an potenzielle Besucher, entweder zu Hause zu bleiben oder die besonders beliebten Orte zu meiden. Einige Ausflugsziele setzen sogar harte Corona-Maßnahmen um. Ein Überblick.

Keine Anreise: Winterberg sperrt Parkplätze und Skigebiete

Nachdem der Wintersportort Winterberg im Sauerland tagelang von Touristen überrannt wurde, zieht die Stadtverwaltung nun harte Konsequenzen: Fast alle Skipisten und viele Parkplätze werden von diesem Sonntag bis vorerst 10. Januar gesperrt, darüber informiert die Stadt in einem neuen Amtsblatt. Die Polizei hat ein Großaufgebot angekündigt, die Beamten sollen am Sonntag vor Ort durchsetzen, dass die Pisten tatsächlich nicht betreten werden. Der starke Besucherandrang habe zu einer Situation geführt, „die wir aus eigener Kraft nicht mehr stemmen konnten“, begründet die Stadtverwaltung die Maßnahmen.

Konkret gilt ein Betretungsverbot für folgende Bereiche: Pisten in Altastenberg, Neuastenberg, Niedersfeld, Winterberg, Züschen und die dazugehörigen Parkplätze. Darüber hinaus dürfen der Bereich rund um den Kahlen Asten und der Großraumparkplatz Bremberg nicht betreten werden.

Mit diesen Sperrungen bleiben Tagestouristen kaum noch Möglichkeiten für Wintersportmöglichkeiten wie Skifahren und Rodeln. Diese waren bislang ohnehin aufgrund der nicht in Betrieb genommenen Lifte illegal.

Bereits seit dem 30. Dezember gilt im Stadtgebiet Winterberg für bestimmte Bereiche – Pisten und Parkplätze, Kahler Asten – eine erweiterte Maskenpflicht. In den vergangenen Tagen wurden allerdings immer wieder Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt und gegen die Personen wurden auch Anzeigen geschrieben, darüber berichtet die „Westfalenpost“.

Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Webseite auch einen eindringlichen Appell veröffentlicht: „Wir lieben unsere Berge. Ihr auch. Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und zu Menschenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon! Tu dir das doch nicht an.“

Harz: Parkplätze voll, L 504 in Richtung Torhaus gesperrt

Auch im Harz zeichnet sich ab, dass sich das Chaos fortsetzen wird. Polizei und Stadt appellieren eindringlich, den Harz zu meiden. Doch vergebens. Auch am Sonntag herrschte wieder reger Verkehr, viele Parkplätze waren bereits am Morgen komplett voll. Die L 504 in Richtung Torhaus ist inzwischen gesperrt. Die Polizei Goslar bittet via Facebook: „Die Parkplätze im Oberharz sind zum Teil schon stark ausgelastet. Nutzt bitte auch die extra ausgewiesenen Behelfsparkplätze an der B 4 und der B 242.“

Thüringer Skigebiete überfüllt

Auch in den Thüringer Skigebieten gehören überfüllte Ski- und Rodelpisten, zugeparkten Straßen sowie Einsätzen von Polizei und Ordnungsbehörden in den vergangenen Tagen zum Alltag. Auch am Sonntag rechnet die Polizei mit einer Überlastung der Parkplätze. Sie appelliert über Facebook an Ausflügler: „In diesem Zusammenhang bitten wir euch darum, die Anreise in die lokalen Skigebiete zu überdenken.“

Feldberg im Taunus für Autos gesperrt

Anfang der Woche hatte es auf dem Gipfel geschneit – seither wird der 881 Meter hohe Große Feldberg im Taunus von Ausflüglern überrannt. Die Parkplätze reichten nicht aus und die Autos werden kreuz und quer geparkt, sagt Hartmut Müller, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Schmitten, gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“. Das Verkehrschaos sei eine „große Katastrophe“.

Die Stadt zog harte Konsequenzen: Der Große Feldberg bleibt mehrere Tage für Autofahrer gesperrt, auch an Silvester und Neujahr. Auch die Parkplätze auf dem Feldberggipfel sind nicht nutzbar. Man könne nicht jeden Morgen über eine mögliche Sperrung nachdenken, sondern müsse frühzeitig planen, sagte Müller.

Schwarzwald: Dobel ändert Verkehrsführung

Das Verkehrschaos auf dem Dobel im Schwarzwald über die Weihnachtsfeiertage hat ebenfalls Konsequenzen. Bürgermeister Christoph Schaack will eine bis März geltende Einbahnstraßenregelung im Dobler Oberdorf einführen, berichten die Badischen Neuesten Nachrichten. Diese Maßnahme solle Staus durch Gegenverkehr sowie am Straßenrand parkende Autos vermeiden. Außerdem prüft die Gemeinde von Dobel, ob die Gebühren für die öffentlichen Parkplätze erhöht werden.

RND

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