Wolf riss sechs Schafe - Genetische Untersuchungen einer Speichelprobe bestätigt Verdacht

hzWolf bestätigt

Es ist bestätigt: Genetische Untersuchungen einer Speichelprobe haben ergeben, dass ein Wolf am 23. Juni im Gebiet um Schermbeck sechs Schafe getötet und vier verletzt hat.

von Tim Schulze/pd

Raesfeld

, 15.07.2019, 00:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) bestätigt den weiteren Nachweis eines Wolfes in Hünxe. Genetische Untersuchungen einer Speichelprobe hätten gezeigt, dass das Tier am 23. Juni sechs Schafe getötet und vier verletzt habe, heißt es in einer Pressemitteilung.

Entschädigung erhalten

Unklar sei derweil, ob die Schafe von dem Tier mit der Kennung „GW954F“ (Gloria genannt) gerissen wurden. Eine mögliche Individualisierung werde momentan noch durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen überprüft, schreibt das Lanuv. Die Fachleute gehen davon aus, dass das Tier im Gebiet um Schermbeck heimisch geworden ist.

Der von den Rissen betroffene Tierhalter, Schäfer Kurt Opriel, sei über das aktuelle Ergebnis informiert worden. Er könne über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten, heißt es.

„Förderrichtlinie Wolf“

Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ sieht Entschädigungsleistungen für gerissene Nutztiere vor, falls ein Wolfsnachweis vorliege, teilt das Lanuv mit. Den Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone empfiehlt das Landesumweltamt, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen zu sichern.

In Nordrhein-Westfalen werden auf der gesamten Landesfläche Haus und Nutztierrisse zu 100 Prozent entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher bestätigt oder nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne.

In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden auch vorbeugende Maßnahmen wie der Aufbau von Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt