Zahl der Infizierten an DPD-Standort nimmt stetig zu

Coronavirus

In einem Depot des Paketzustellers DPD im Kreis Heinsberg haben sich nach aktuellem Stand zahlreiche Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Alle Mitarbeiter sind in Quarantäne, der Betrieb ist erst einmal zu.

NRW

16.05.2020, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Paketzusteller DPD hat einen Standort mit hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen.

Der Paketzusteller DPD hat einen Standort mit hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. © picture alliance/dpa

Der Paketzusteller DPD hat seinen Standort in Hückelhoven im Kreis Heinsberg mit 400 Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. Nach vorläufigen Zahlen des Heinsberger Landrats Stephan Pusch (CDU) waren zunächst 80 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden. Etwa 340 der Proben seien ausgewertet worden, sagte Pusch am Samstag in einem Video bei Facebook.

Am Sonntag gab es einem Sprecher des Kreises zufolge zunächst keine neuen Zahlen. Alle 400 Mitarbeiter sind nach DPD-Angaben in zweiwöchiger Quarantäne. Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, erklärte ein Unternehmenssprecher. Nun würden zunächst die Kontaktpersonen nachverfolgt, sagte Pusch.

Nicht alle Mitarbeiter wohnen im Kreis

Erst dann wisse man, ob die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ausreichend seien. Solch ein „lokales Geschehen“ an einem Hotspot sei aber nicht so schlimm wie eine Verteilung der Fälle über den ganzen Kreis. Es wohnten nicht alle positiv Getesteten im Kreis, sagte Pusch. Über weitere Maßnahmen werde am Montag entschieden.

Die ersten Fälle waren nach DPD-Angaben vor mehreren Tagen bekanntgeworden und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Behörde habe dann mobile Teststationen veranlasst, sagte der Firmensprecher. Das Depot soll nun nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes gereinigt und desinfiziert werden. Der Kreis Heinsberg gilt als besonders betroffen vom Coronavirus.

Unter dem Grenzwert

In der Gemeinde Gangelt hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem Virus infiziert. Bis Sonntag zählte das NRW-Gesundheitsministerium in dem Kreis 1849 bestätigte Infektionen, 28 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 68. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner liegt nach der Auflistung des Ministeriums vom Sonntag bei 24,4 (Samstag: 13,4).

Die von Bund und Ländern vereinbarte Grenze für die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Landrat Pusch ging am Samstag nicht davon aus, dass die Grenze überschritten werde.

dpa

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt