Zahlreiche Anzeigen gegen Tönnies - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Geschäftsführung

Coronavirus

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies sind inzwischen zahlreiche Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingegangen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Bielefeld/Rheda-Wiedenbrück

17.07.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK „Carne“ (Fleisch) trägt, führt die Untersuchung im Fall Tönnies.

Eine Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK „Carne“ (Fleisch) trägt, führt die Untersuchung im Fall Tönnies. © picture alliance/dpa

Nach zahlreichen Anzeigen wegen des massiven Corona-Ausbruchs in Deutschlands größtem Fleischwerk ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies. Grund dafür sei aber kein neuer Ermittlungsstand, sondern das übliche Fortschreiben eines solchen Verfahrens, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Freitag.

Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen zunächst gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt. Bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld sind seit dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni nach Angaben der Behörde rund 50 Strafanzeigen eingegangen. Darunter ist auch eine Anzeige der Bielefelder Bundestagsabgeordneten Britta Haßelmann (Grüne).

Ermittlungskommission „Carne“ bei der Bielefelder Polizei

Der Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK „Carne“ (Fleisch) trägt, gehören derzeit fünf Beamte an, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei. Die „Neue Westfälische“ hatte online darüber berichtet, dass nun gegen die Geschäftsführung von Tönnies ermittelt werde.

Bei dem Corona-Ausbruch in dem Fleischwerk hatten sich nachweislich rund 1400 Mitarbeiter infiziert. Der massive Ausbruch hatte zu den bundesweit ersten regionalen Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie geführt. Davon waren die Kreise Gütersloh und Warendorf betroffen. Das Unternehmen Tönnies hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass es mit den Behörden eng zusammenarbeite.

dpa

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