Zeelink-Gasleitung: Das erste Stück liegt in Velen in der Erde

hzGasleitung

Die Vorarbeiten sind beendet. Jetzt sind Arbeiter damit beschäftigt, die Zeelink-Gasleitung in die Erde zu verlegen. Dabei ist Präzision mit schwerem Gerät gefragt.

von Lars Johann-Krone

Velen

, 01.09.2019, 20:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bauleiter Gerold Kooiker unternimmt immer wieder kurze Ausflüge in den Velener Ortskern. „Ich musste Wasser kaufen, vor allem für die Schweißer“, erklärt er. „Da unten am Rohr zu arbeiten, fühlt sich an wie im Backofen.“ Bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius haben die Männer in diesen Tagen einen schweißtreibenden Job.

216 Kilometer Gasleitung

Sie verknüpfen die Gasrohre miteinander, die sich am Ende über insgesamt 216 Kilometer erstrecken sollen; 45 davon führen durch den Kreis Borken. Wie berichtet soll die Ferngasleitung „Zeelink“, die von Legden bis zur deutsch-belgischen Grenze führen wird, rund sechs Millionen Haushalte an neue H-Gas-Vorkommen anbinden.

„Um zwei Rohre miteinander zu verknüpfen, dauert es etwa fünf Stunden“, berichtet Kooiker. Denn dafür braucht es mehrere Schweißnähte. Vier Mitarbeiter des Teams arbeiten daran parallel – und unter einem Schweißzelt. Das wiederum wird von einer tonnenschweren Maschine mit Strom versorgt.

Seitenbäume im Einsatz

Die Schweißer sind aus der Ferne gar nicht zu erkennen. Ihr Arbeitsplatz liegt in zwei bis drei Metern Tiefe. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass derzeit die schweren Gasrohre ins Erdreich hinabgelassen werden, sind allerdings die Seitenbäume.

So heißen jene Maschinen, die aussehen wie riesige Planierraupen, mit einem Arm an der einen Seite und einem Gegengewicht an der anderen. Eine solche Maschine wiegt 46,3 Tonnen. Dafür kann sie 72 Tonnen tragen.

In Velen sind derzeit zwei dieser gelben Riesen aktiv. Sie heben die Teilstücke, für die zuvor drei Rohre zusammengeschweißt worden sind, behutsam in den Rohrgraben. Dann hätten sie 20 bis 30 Tonnen am Haken, erläutert Bauleiter Kooiker.

Präzise Arbeit ist gefragt

Die Maschinenführer müssen die Enden der Rohre präzise aneinanderführen, sodass ihre Kollegen eine Rohrschelle anlegen können. Die hält die beiden Teilstränge für die Schweißarbeiten in Position.

Dort, wo die Gasleitung eine Versorgungsleitung kreuzt, werden die Rohre ein wenig tiefer im Erdreich verlegt. Die Rohre, die einen Durchmesser von einem Meter haben, werden für solche Umwege angepasst. In ungefähr zwei Wochen soll der etwa einen Kilometer lange Velener Abschnitt der Zeelink-Leitung in der Erde verlegt sein.

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