Menschen mit Behinderungen vermissen die beiden Parkflächen im Eingangsbereich des PEP-Einkaufszentrums in Barkenberg, die den Weg zum Aldi-Markt verkürzen. © Claudia Engel
PEP-Einkaufszentrum

Nach Schlaganfall: Dorstener (80) vermisst Behindertenparkplatz vor Aldi schmerzlich

Ein Dorstener kann sich seit einem Schlaganfall kaum noch bewegen. Deshalb ist er auf einen Behindertenparkplatz beim Einkaufen angewiesen. Der ist aber plötzlich weg.

Seit einem schweren Schlaganfall leidet der Dorstener Jürgen Endrikat unter starken Bewegungseinschränkungen. Der 80-Jährige ist bei längeren Touren auf einen Rollstuhl angewiesen.

„Bis jetzt gab es vor dem Aldi-Eingang in Wulfen-Barkenberg immer zwei Behindertenparkplätze. Die sind breiter als reguläre Plätze und ermöglichen mir, dass ich die Beifahrerseite ganz öffnen kann, um auszusteigen und mich in meinen Rollstuhl zu setzen“, sagt Endrikat. Doch seit einiger Zeit seien die beiden gesondert ausgewiesenen Stellflächen verschwunden. „Das führt jetzt dazu, dass ich beim gemeinsamen Einkauf mit meiner Frau nur noch unter großen Schwierigkeiten aus dem Pkw herauskomme.“

Bekanntermaßen hat die T5-Gruppe Dorsten die Parkfläche umgestaltet und neu ausgeschildert, nachdem Dauerparker von der Post-Filiale und Angehörige des Schulkollegiums sowie der Eltern-Bring- und Hol-Verkehr für die Gesamtschüler in Wulfen etliche Stellflächen für sich beansprucht hatten. 50 von 220 Parkplätzen seien auf diese Weise belegt worden und Supermarktkunden gingen dann bei ihren Shopping-Fahrten leer aus.

Nur noch Kurzzeitparken erlaubt

Die Immobilien-Gesellschaft T 5 als Eigentümerin des Geschäftszentrums in Wulfen-Barkenberg hat Hinweisschilder aufstellen lassen, dass auf dem dortigen Privatparkplatz „Wulfener Straße 350 bis 390“ und damit vor den Filialen von Rewe, Aldi, Rossmann, Tedi, KiK und so weiter das Parken nur noch mit Parkscheiben während der Geschäftszeiten erlaubt sei. Höchstparkdauer: 90 Minuten.

Für Menschen mit Behinderungen waren vor dem Aldi-Umbau zwei Parkflächen vorgesehen. Sie befanden sich unmittelbar am Eingangsbereich zum Einkaufszentrum und ermöglichten den Betroffenen einen komfortablen Ausstieg aus ihren Fahrzeugen und eine schnelle Erreichbarkeit von Aldi und Co. „Leider sind die Parkplätze jetzt entfallen“, so Jürgen Endrikat.

Einige behinderte Menschen meldeten sich

Neben ihm ist das auch weiteren Menschen mit Handicaps aufgefallen. „Wir hatten ein paar Anfragen“, räumte am Dienstag eine Mitarbeiterin der Unternehmensgruppe T5 ein. Schnellstmöglich solle Abhilfe geschaffen werden. „Wir haben die Schablonen für zwei Piktogramme schon bei uns im Büro liegen, wir müssen das jetzt nur noch umsetzen“, sagte Frank Balster, Geschäftsführer von T5.

Die eigentlichen Behinderten-Parkplätze seien wegen ihrer Sondergröße aber erkennbar. Die Schilder wurden abmontiert, als der Eingangsbereich zum Aldi und Einkaufszentrum umgebaut wurde. „Viele Autofahrer lassen sie frei, weil sie sich sorgen, dass sie dann unberechtigt auf den nicht gekennzeichneten Behindertenparkplätzen stehen.“ Jürgen Endrikat hatte also Pech, als er mit seiner Frau zum Einkaufen fuhr.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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