Renaturierung von Gewässern: Kleiner Schritt bei der „Mammutaufgabe“

In diesem bereits fertiggestellten Bereich fließt der Rhader Bach in Dorsten wieder mit natürlicher Ufer-Begrenzung. © Kreis Recklinghausen
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„Die Renaturierung der Gewässer ist eine Mammutaufgabe, nachdem es über Jahrhunderte gängig war, Bäche als Kanalisation zu sehen. Heute steht für uns die Natur im Mittelpunkt“, sagt Caroline Homm von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen. Einen kleinen weiteren Schritt bei der „Mammutaufgabe Renaturierung“ macht der Kreis jetzt wieder: Ab dem 29. August 2022 wird ein weiterer Abschnitt des Rhader Bachs in Dorsten renaturiert.

Der Bach wird aus seinem engen Korsett befreit

Auf dem etwa einen Kilometer langen Abschnitt zwischen der Straße Zum Vorwerk und Bakelheide befreien Bagger zunächst die Ufer des Bachs vom Befestigungsmaterial, das zur Begradigung über Jahrhunderte eingebaut wurde, um das Wasser schnell aus der Region zu leiten und ihm dabei ein enges Korsett vorzugeben. Um dem Bach einen natürlichen Lauf zu ermöglichen, überlässt der Kreis das Gewässer dann großenteils sich selbst. „Durch den Einbau von Totholz versuchen wir lediglich, ihm einen kleinen Schubs zu geben und den geraden Lauf zu unterbrechen“, erklärt Caroline Homm. Die Arbeiten am Abschnitt des Rhader Bachs sollen Mitte September abgeschlossen sein.

Die Befestigungen im Uferbereich sind in Teilen des Rhader Bachs bereits entfernt worden. © Kreis Recklinghausen

Durch die Renaturierung soll der ökologische Wert des Rhader Bachs wiederhergestellt werden. „Es ist ein Gewinn in mehrfacher Hinsicht, die Gewässer wieder in einen naturnahen Zustand zurückzuführen“, erklärt Ann-Sophie Kralemann von der Unteren Wasserbehörde des Kreises. In erster Linie natürlich für Flora und Fauna, da sich dort auch teils seltene Lebewesen ansiedeln können, denen ein Stück natürlicher Lebensraum zurückgegeben wird.

„Aber auch für den Bereich Hochwasserschutz, da sich ein natürlicher Bach zum Beispiel bei Starkregen anders verhält als einer, der begrenzt und begradigt wurde.“ Überall dort, wo Flüsse und Bäche befestigt wurden, fließt das Wasser schneller und kann sich im Fall von starkem Niederschlag nicht ausbreiten. Anders sieht es aus, wenn sich der Bach seinen eigenen Lauf sucht und bei steigendem Wasserpegel angrenzendes Land fluten kann.

Der Kreis Recklinghausen unterstützt durch Renaturierungs-Maßnahmen im Rahmen der Gewässerunterhaltung dort, wo es gilt, Naturschutzgebiete zu erhalten und zu verbessern. Dankbar ist der Kreis bei seinen Renaturierungs-Arbeiten für die gute Zusammenarbeit mit Wasser- und Bodenverbänden sowie den Grundstückseigentümern, meist Landwirten.