Stadtteil-Bibliothekar

Wandelndes Wulfen-Lexikon: Christian Gruber geht in den Ruhestand

40 Jahre war Christian Gruber als Bibliothekar tätig. Jetzt geht der 63-Jährige in den Ruhestand. Aber nicht so ganz, wie er sagt. Er will sich mit ganzem Herzen ehrenamtlich engagieren.
Christian Gruber hört nach 40 Jahren auf. In der Hand hält er einen Prospekt auf den Gründungsjahren von Wulfen. © Marco Kolks

40 Jahre lang war Christian Gruber städtischer Bibliothekar, davon 32 Jahre in der BiBi am See in Wulfen-Barkenberg, die früher Stadt- und Schulbibliothek Wulfen hieß. Jetzt geht Gruber in den Ruhestand. Tausende Kindergartenkinder, Grundschüler und Gesamtschüler haben in seinen Klassenführungen die Wulfener Bibliothek kennengelernt.

Sein Geburtsjahr 1958 ist auch der Beginn der Zeche Wulfen. Das daraus entstandene städtebauliche Projekt der „Neuen Stadt“ hat ihn besonders interessiert und er trug im Laufe der Zeit eine Sammlung der 600 darüber erschienenen Veröffentlichungen zusammen, um die er sich weiter kümmern wird.

„Ich gehe ja gar nicht so ganz“, sagt der gebürtige Hertener. „Die BiBi am See lebt auch von dem ehrenamtlichen Engagement der Bürger und ich freue mich, ab August auf diese Weise weiter für Bibliothek, Schule und Stadtteil aktiv sein zu können.“

Gruber ist der Erfinder des Wulfen-Lexikons Wulfen-Wiki

Christian Gruber ist vielen Wulfenern aber auch in anderer Hinsicht bekannt. Er hat 2006 das Wulfen-Onlinelexikon, Wulfen-Wiki, ins Leben gerufen und seitdem fleißig mit vielen wissenswerten Details über Wulfen und Wulfen-Barkenberg bestückt. Wulfen-Wiki ist ein guter Ratgeber, wenn Bürger sich über Besonderheiten im Ortsteil informieren möchten. Einst startete Gruber mit 700 Einträgen. Mittlerweile enthält das Wiki 709 Seiten mit 10.000 Fotos und wird täglich rund 1000-mal aufgerufen. „Jeder Bürger kann, wie bei Wikipedia auch, seine Einträge hinzufügen“, heißt es auf der Hauptseite des Portals.

Gut informierter Ortsteilführer

Als Stadtteilführer hat Christian Gruber sich ebenfalls einen Namen gemacht. Barkenberg interessiert den 63-Jährigen, der seit langer Zeit in Barkenberg wohnt, sehr: Hier sei vieles anders, hat er einmal gesagt. Mit den Besonderheiten, auch mit der baulichen und künstlerischen Vielfalt im Ortsteil, hat er sich vertraut gemacht und viele andere Menschen an seinem Wissen teilhaben lassen.

Im Zeitraffer erzählt er auf Wulfen-Wiki die Geschichte Barkenbergs und wie alles begann. Das war in seinem Geburtsjahr 1958. „1958 begannen in Wulfen die Abteufarbeiten für ein Bergwerk mit geplanten 8.000 Beschäftigten. Für die Arbeiter und ihre Familien sollte das Dorf nicht einfach um eine klassische Zechenkolonie erweitert werden, sondern eine Mustersiedlung modernen Städtebaus entstehen. Um nicht nur vom Bergbau abhängig zu sein, wurde für die „Neue Stadt Wulfen“ ergänzendes Gewerbe und eine Größenordnung von 50.000 Einwohnern unter Einbeziehung Alt-Wulfens sowie eine vollständige städtische Infrastruktur geplant.“ 50.000 Einwohner hat Barkenberg nie erreicht. Heute sind es 8.000 Menschen, die dort leben.

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