Nach einer Pressekonferenz am Mittwoch ist klar: Auch im Kreis Coesfeld darf ab Samstag (15. Mai) die Außengastronomie wieder öffnen. © picture alliance / dpa
Lockerung

Außengastronomie im Kreis COE: Was darf öffnen und wer darf was besuchen?

In Regionen mit einer Inzidenz von unter 100 dürfen ab Samstag Eiscafés und Biergärten wieder öffnen - also auch im Kreis Coesfeld. Das stößt nicht bei allen Gastronomen auf Begeisterung.

Die Hoffnung auf ein Pils im Biergarten von Landessgesundheitsminister Franz-Josef Laumann am Mittwoch sicher viele Gastronomen erfreut. Zusammen mit Wirtschaftsminister Dr. Andreas Pinkwart hatte er in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass es im Bereich der Gastronomie – unter bestimmten Bedingungen – schon ab Samstag (15. Mai) Lockerungen geben kann. Heißt: Im Kreis Coesfeld dürfen jetzt bald Biergärten und Eiscafés öffnen.

Was genau darf öffnen in Olfen und Nordkirchen? Was sind die Bedingungen für einen Besuch? Wie geht es den Gastronomen damit? Das haben wir in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Erst mal grundsätzlich: Wie ist die neue Regelung?

Grundsätzlich gilt: Liegt der Inzidenzwert in einem Kreis oder in einer kreisfreien Stadt an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100, darf die Außengastronomie wieder öffnen. Im Kreis Coesfeld ist diese Bedingung erfüllt: Der Inzidenzwert liegt am Donnerstag bei 57,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Auch an den letzten Werktagen lag der Wert deutlich unter 100. Der Öffnung von Biergärten und Eiscafés am Samstag steht also nichts im Wege.

Wie ist denn der der Inzidenzwert im Kreis Coesfeld? Liegt er so konstant unter 100?

Ja! Das ist auf jeden Fall so. Der Kreis Coesfeld und die Stadt Münster gehören zu den beiden Regionen in NRW, die in den vergangenen Monaten vergleichsweise niedrige Coronazahlen haben. Unter einem Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt der Kreis Coesfeld schon seit mehreren Wochen. Anders zum Beispiel als im Nachbarkreis Unna musste im Kreis Coesfeld nie die sogenannte Bundesnotbremse, die es seit dem 24. April gibt, gezogen werden. Strengere Regeln greifen nach dieser Regelung ja auch ab einer Inzidenz von 100.

Wer also öffnen darf, ist klar. Darf denn auch jeder die Außengastronomie besuchen? Oder gibt es da Einschränkungen?

Ja, die gibt es auch. Der Besuch ist nur mit einem aktuellen negativen Coronatest oder für Geimpfte und Genesene möglich. Auch das wurde in der Pressekonferenz bekannt gegeben. Wichtiger Punkt ist natürlich auch die Kontaktnachverfolgung. Einige Gastronomen haben sich darauf zumindest schon einmal vorbereitet. Das Team der Ratsschänke in Olfen beispielsweise hat noch am Mittwoch (12. Mai) bei Facebook ein Fotos mit Aufstellern gepostet, auf denen QR-Codes zu sehen sind. „Also wenn es dann bald soweit ist, könnt ihr bei uns auch die Luca App nutzen“, steht dabei.

Wie reagieren die Gastronomen im Kreis Coesfeld auf die Ankündigung?

Das ist unterschiedlich. Es gibt natürlich Freude – zum Beispiel bei der Olfener Eisdiele De Bona. „Ab Samstag ist es endlich wieder soweit.Unser Bürgermeister hat uns heute informiert, dass wir die Außengastronomie wieder öffnen dürfen“, schreibt das Team des Cafés bei Facebook und gibt gleich auch die Bedingungen an die Nutzer weiter. Ob tatsächlich alle Gastronomen im Kreis Coesfeld am Samstag wirklich öffnen werden: Das ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss, wie beispielsweise eine Bekanntmachung vom Scheer‘s Amadeus in Lüdinghausen zeigt. „In Absprache mit den Innenstadt-Wirten“, heißt es dort: „Egal, was die Medien berichten, wir werden nicht am Samstag unsere Biergärten öffnen. So einfach ist das nämlich nicht.“ Aus der bei Facebook veröffentlichten Nachricht spricht auch etwas Ärger. „Den Quatsch können und wollen wir nicht mitmachen. Einem Gast, der eine dieser Kriterien nicht erfüllt, zu sagen, er sei nicht willkommen, geht gegen unsere Gastronomische Einstellung. Desweiteren können wir nicht ,mal so eben‘ alles hochfahren und hoffen, dass die Zahlen stabil bleiben.“ Man hoffe eher auf „umsetzbare Maßnahmen“.

Ist denn die neue Regelung schon schriftlich fixiert oder gilt es nach der Pressekonferenz wieder erst, auf die neue Verordnung zu warten?

Am Donnerstag (13. Mai) liegt noch keine Neufassung der Coronaschutzverordnung vor. Vielleicht auch der Grund, warum sich viele Gastronomen im Kreis Coesfeld noch zurückhalten, in Jubel auszubrechen und ihre Öffnung offiziell bekannt zu geben. In den Verordnungen sind die Richtlinien immer genauer fixiert als bei den Pressekonferenzen dargestellt. Hinzu kommt, dass am Donnerstag mit Christi Himmelfahrt ein Feiertag ist.

Ist der Kreis Coesfeld mit der Inzidenz unter 100 denn eigentlich eher die Ausnahme oder gibt es viele Städte in NRW, die dann jetzt bald die Außengastronomie öffnen dürfen?

Dass die Inzidenz im Kreis Coesfeld so lange unter 100 liegt, ist ziemlich besonders in NRW. Aber: Nach dem Rückgang der Fälle in den vergangenen Tagen und Wochen liegen am Donnerstag (13. Mai) laut Robert Koch-Institut (RKI) 20 Landkreise und kreisfreie Städte in Nordrhein-Westfalen unter einem Inzidenzwert von 100. Sieben Kreise hatten den Wert am Donnerstag laut Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart an fünf aufeinanderfolgenden Tag unterschritten – und dürfen somit ab Samstag (15. Mai) öffnen.

Wie sieht es denn im Kreis Unna, speziell in Selm aus? Kann die Außengastronomie dort auch öffnen?

Nein. Der Inzidenzwert im Kreis Unna liegt derzeit laut RKI derzeit bei 128,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das ist deutlich besser als noch vor einer Woche, sodass auch schon einige Schwellenwerte der Bundesnotgrenzenregelung unterschritten wurden. Grundsätzlich gilt aber beispielsweise noch die Ausgangssperre. Und fünf Tage unter 100 zu liegen – das ist gerade noch Zukunftsmusik, Lockerungen in der Außengastronomie stehen erst mal nicht an.

Ist das alles eigentlich schon schriftlich fixiert oder gilt es nach der Pressekonferenz wieder, auf die neue Verordnung zu warten?

Am Donnerstag (13. Mai) liegt noch keine Neufassung der Coronaschutzverordnung vor. Vielleicht auch der Grund, warum sich viele Gastronomen im Kreis Coesfeld noch zurückhalten, in Jubel auszubrechen. In den Verordnungen sind die Richtlinien immer genauer fixiert als bei den Pressekonferenzen dargestellt. Hinzu kommt, dass am Donnerstag mit Christi Himmelfahrt ein Feiertag ist.

Wie sieht es eigentlich mit der Innengastronomie aus? Wird es im Kreis Coesfeld in naher Zukunft auch wieder möglich sein, im Restaurant zu essen?

Ja, das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Neu ist nämlich auch die Regelung, dass wenn die Inzidenz an fünf Werktagen unter 50 liegt, die Innengastronomie wieder öffnen darf. Bislang liegt nur in der Stadt Münster die Inzidenz laut RKI aktuell unter 50. Der Kreis Coesfeld kommt dem Schwellenwert mit 57,6 aber auch immer näher.

Über die Autorin
Redakteurin
Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt