Bauen in Südkirchen: Politik legt Grenzen für Auto-Stellplätze fest

hzBaugebiet Capeller Straße

Im künftigen Baugebiet Capeller Straße in Südkirchen ist manches den Häuslebauern freigestellt, wie sie es machen. Anderes dagegen wird bereits durch den Bebauungsplan festgelegt.

Südkirchen

, 27.01.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ausschuss für Bauen und Planung hat in seiner Sitzung am 21. Januar mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen dafür votiert, dass im neuen Baugebiet 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit - egal, in welcher Hausform - vorzusehen sind. Ebenfalls mehrheitlich, diesmal aber gegen die Stimmen der CDU, sprach sich das Gremium dafür aus, dass maximal pro Haus drei Wohneinheiten möglich sein sollen.

Nicht im Bebauungsplan geregelt werden zwei weitere wichtige Themen: die Grundstücksgröße und Anreize für Klimaschutzmaßnahmen. Die sollen in den Vergaberichtlinien festgelegt werden, die die Gemeinde gerade neu aufstellt.

Grüne: Nicht größer als 400 Quadratmeter

Die Grünen hatten angeregt, festzusetzen, dass es für Einfamilienhäuser keine Grundstücke über 400 Quadratmetern geben solle. Grund: Die Bebauung könne so dichter werden, um den Flächenverbrauch so gering wie möglich zu halten. Für die Gemeinde Nordkirchen erklärte Bauamtsleiter Josef Klaas, der Verwaltung erscheine es nicht sinnvoll, Obergrenzen zu setzen. Denn über die letztendliche Grundstücksgröße werde während des Verkaufs entschieden. Mal unabhängig davon, lege der Bebauungsplan keine Grundstücksgrößen verbindlich fest.

Maria Wellmann (CDU) sagte dazu: „Ich finde es eine ideale Lösung, dass man sich in Nordkirchen für ein Grundstück bewerben kann und sagen kann, welche Grundstücksgröße man haben möchte.“ Dass man also durchaus auch 650 Quadratmeter haben könne.

Jetzt lesen

Die Grünen hatten in Person von Uta Spräner noch weitere Anmerkungen zum Bebauungsplan. Zum Beispiel zur Anzahl der Wohneinheiten pro Haus: „Wenn ich ein Einfamilienhaus baue, ist es notwendig, dass ich jetzt schon vorsorge für die Zukunft.“ An vielen Stellen bestehe das Problem, dass große Wohnhäuser von ein bis zwei Personen bewohnt werden, so dass man nicht weiß, wie man das Haus umnutzen soll. Die Grünen sind dafür, dass die Anzahl der Wohneinheiten nicht begrenzt wird.

Dirk Appel (CDU) sprach sich dafür aus, die Zahl der Wohneinheiten gar nicht zu begrenzen. Um womöglich auch mal ein Miniappartement als attraktives Wohnangebot zu ermöglichen.

Störungen im Nachbarschaftsverhältnis vermeiden

Bauamtschef Klaas wies darauf hin, dass zwei Wohneinheiten pro Haus bereits jetzt machbar seien. Wenn Obergrenzen nicht festgelegt würden, könnte es laut Klaas so kommen, wie im Baugebiet Cappenberger Straße. Dort seien Wohnhäuser zulässigerweise nebeneinander mit sehr unterschiedlicher Zahl von Wohnungen gebaut worden, was zu Störungen im nachbarschaftlichen Verhältnis geführt habe. Deshalb sei in den jüngeren Bebauungsplänen die Obergrenze von zwei Wohneinheiten pro Haus eingeführt worden.

Jetzt lesen

Für das Baugebiet Capeller Straße wünscht sich die CDU, dass finanzielle Anreize beim Grundstückspreis für die Bauherren geschaffen werden, „wenn sie mehr regenerative Energien einsetzen“, wie es Thomas Quante darlegte. Dazu würden zum Beispiel Gründächer, Fotovoltaik, Geothermie oder Solarthermie zählen.

Für die Gemeinde mahnte Bürgermeister Dietmar Bergmann, bei den Vergaberichtlinien in Sachen Preisnachlässe nicht zu großzügig zu sein: „Die Gewinnmargen sind nicht groß. Wir müssen vernünftige Preise für die Grundstücke entwickeln.“ Auf Landes- und Bundesebene gebe es bereits Anreize, wie zum Beispiel die Erhöhung von Kreditsummen, die den künftigen Häuslebauern entgegen kommen.

Für die SPD forderte Gereon Stierl, ökologische Aspekte bei den Vergaberichtlinien zu berücksichtigen. Die SPD macht sich zudem dafür stark, dass Grundstück nicht größer als 500 Quadratmeter groß sein sollten. Der Flächenverbrauch solle nicht ausufern. Zur Frage der Begrenzung der Wohneinheiten pro Haus erklärte Stierl, die SPD könne sich vorstellen, die zulässige Anzahl der Wohneinheiten von zwei auf drei zu erhöhen.

Lesen Sie jetzt