Baustelle an der Mauritiusschule in Nordkirchen verschärft Verkehrsproblem

hzNeuer Buswendeplatz

Eigentlich soll der neue Buswendeplatz an der Mauritiusschule den Schulverkehr besser regeln. Noch wird dort aber gebaut und gerade die Baustelle hat das Grundproblem nochmal verschärft.

Nordkirchen

, 22.08.2020, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die Verkehrssituation an der Mauritiusschule schwierig, oftmals unübersichtlich und bisweilen auch gefährlich werden kann, ist seit vielen Jahren ein Problem. Schule, Gemeinde und Polizei haben in den vergangenen Jahren immer wieder auch vor Ort auf die Problematik aufmerksam gemacht, dass sich morgens zum Schulbeginn und zum Unterrichtsende Schüler, Autos der Eltern und Busse auf dem Platz neben der Grundschule gefährlich nahe kommen.

Diese komplizierte Situation soll sich bald ändern. Seit Ende Mai baut ein Fachunternehmen im Auftrag der Gemeinde Nordkirchen den Buswendeplatz um.

Eine klare Verkehrsführung um eine neue Mittelinsel soll dafür sorgen, dass chaotische Situationen der Vergangenheit angehören. So weit der Plan.

Denn ausgerechnet diese Baustelle hat in den ersten Schultagen für noch mehr Verwirrung bei Schülern und Eltern und für gefährliche Momente gesorgt. Dass die Arbeiten nicht pünktlich zum Schulbeginn abgeschlossen sein würden, hatte die Gemeinde bereits vor dem Start mitgeteilt und im gleichen Zuge angekündigt, dass Durchgänge und Routen für Schüler und Schulbusse geschaffen würden, die einen sicheren Weg zum Schulgebäude gewährleisten sollten.

Verkehrsführung unübersichtlicher als gedacht

Bereits in den ersten Schultagen zeigte sich allerdings, dass die Verkehrsführung doch unübersichtlicher ist, als ursprünglich gedacht. So seien bei der Gemeinde direkt mehrere Anrufe eingegangen, dass es an der Mauritiusschule nicht so läuft, wie es sollte. Mehrere dieser Hinweise kamen auch von Schulleiterin Angela Tönnis, die auf Anfrage der Redaktion bestätigt, dass es an der Baustelle bereits zu einigen „kritischen“ Situationen gekommen sei. Hier spielen, wie Tönnis bestätigt, mehrere Faktoren eine Rolle. Eine Problemstelle sei demnach der Fußweg an der Mühlenstraße direkt an der Ecke zwischen Buswendeplatz und Zebrastreifen gewesen. Dieser war bis zum Ende der Woche noch gesperrt. So hätten Kinder teilweise auf die Straße ausweichen und um die Absperrung herumlaufen müssen.

Mittlerweile ist der Fußweg an der Ecke zwischen Wendeplatz und Mühlenstraße wieder benutzbar. In den ersten Schultagen war der Weg gesperrt. Manche Schüler standen hier unerwartet auf der Fahrbahn.

Mittlerweile ist der Fußweg an der Ecke zwischen Wendeplatz und Mühlenstraße wieder benutzbar. In den ersten Schultagen war der Weg gesperrt. Manche Schüler standen hier unerwartet auf der Fahrbahn. © Karim Laouari

Zweites Problem: Kinder, die durch das Gelände der Kinderheilstätte zur Schule gehen, sind nach dem Streichelzoo direkt auf der Baustelle gelandet, wo ab morgens gearbeitet wurde und schwere Baumaschinen unterwegs waren.

Hinzu sei beispielsweise am Donnerstag gekommen, dass ausgerechnet zum Schulbeginn Material für die Baustelle angeliefert worden sei, wie die Schulleiterin berichtet. Zeitgleich seien Abfallcontainer abgeholt worden. Plus Schulbusse, Kinder, die mit dem Auto zur Schule gebracht wurden, und Fußgänger sei es dadurch besonders eng geworden. Ein Kind sei ausgerechnet in dieser Situation auf der Baustelle gestürzt, wie Angela Tönnis erzählt. „Der Schreck der Mutter saß tief und ich kann das auch absolut nachvollziehen“, sagt sie weiter.

„Es hat sich von verschiedenen Seiten hochgeschaukelt.“
Dietmar Bergmann

Die Mitarbeiter der Baustelle als die alleinigen Schuldigen auszumachen, sei allerdings nicht richtig, sagt die Schulleiterin. An ihrer Schule habe sich eine „Gemengelage“ entwickelt, zu der mehrere Seiten beigetragen hätten. „Es hat sich von verschiedenen Seiten hochgeschaukelt“, sagt auch Dietmar Bergmann. Bis jetzt sei an der Schule noch nichts passiert, so Tönnis. Die Sorge, dass sich das ändert, sei aber schon lange groß. Seit Jahren appelliere die Schule an Eltern, ihre Kinder nicht mit dem Auto direkt an der Schule herauszulassen. Die Problematik der Eltern-Taxis gebe es schon lange, sagt Tönnis. Durch die Baustelle verschärfte sie sich noch weiter, macht die Leiterin der Mauritiusschule deutlich.

„Zum Glück“, sagt sie, seien die Pflasterarbeiten auf dem Platz mittlerweile so weit fortgeschritten, dass der Gehweg an der Mühlenstraße wieder benutzbar ist. Tönnis habe zu dem Thema auch immer wieder mit den Mitarbeitern der Baufirma gesprochen. Sie appelliert an alle Seiten, miteinander zu sprechen, um keinen weiteren Konflikt aufkommen zu lassen.

Lange soll die Ausnahmesituation nicht mehr anhalten, kündigt der Bürgermeister an: Bis Ende August sollen die Arbeiten am Buswendeplatz abgeschlossen sein.

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