„Benutzte Kondome und Erbrochenes“: Kinderheilstätte empört über nächtliche Saufgelage

hzKinderheilstätte Nordkirchen

Im schlimmsten Fall ekelerregend, mindestens ein Ärgernis: Auf dem Gelände die Kinderheilstätte finden immer häufiger nächtliche Saufgelage statt. Die Einrichtung steht vor einem Problem.

Nordkirchen

, 18.10.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitarbeiter der Kinderheilstätte haben es satt. Beinahe täglich das gleiche Bild: leere Alkoholflaschen, weggeworfene Zigarettenkippen und -schachteln. „Und das ist noch harmlos“, sagt Sabine Vieth aus dem Sekretariat der Einrichtung am Mauritiusplatz. „Heute waren zumindest keine benutzten Kondome oder Erbrochenes dabei“, sagt Vieth mit einer Mischung aus Sarkasmus und Hilflosigkeit in der Stimme.

„Benutzte Kondome und Erbrochenes“: Kinderheilstätte empört über nächtliche Saufgelage

Bilder wie dieses sehen die Mitarbeiter der Kinderheilstätte mittlerweile beinahe täglich: Überbleibsel eines nächtlichen Treffens auf dem Gelände der Einrichtung: leere Glasflaschen, Zigarettenkippen und Müll. © Kinderheilstätte

„Heute“ - damit ist zwar Donnerstag (17. Oktober) gemeint. Die unschönen Überreste der nächtlichen Saufgelage müssen die Mitarbeiter der Kinderheilstätte allerdings immer häufiger am jeweils nächsten Morgen entfernen. Ein oftmals ekelerregender Job, wie Sabine Vieth beschreibt.

Fälle häufen sich in letzter Zeit

„Wir sind empört über dieses Verhalten“, schreibt sie in einer Nachricht an die Redaktion und hat ein Bild angehängt, das die Überreste des vergangenen Gelages zeigt: Glas- und Plastikflaschen liegen unter einer Überdachung auf dem Boden, daneben weiterer Müll.

Es mag auf den ersten Blick nicht nach viel aussehen, mittlerweile würden sich die Fälle allerdings häufen. Sabine Vieth schiebt es auf die Ferienzeit. Häufig seien es Jugendliche, die sich dort abends treffen, fügt sie hinzu.

Dabei sind die Schilder an den Eingängen zum Gelände der Kinderheilstätte unübersehbar: „Das Betreten des Geländes der Kinderheilstätte ist bei Anbruch der Dämmerung verboten“, steht darauf. Das werde in letzter Zeit immer seltener respektiert, so Vieth.

Das Problem besteht schon länger: Seit eineinhalb Jahren ist auf dem Gelände ein Wachdienst unterwegs. Ein Mitarbeiter eines Lüdinghauser Sicherheitsdienstes dreht auf dem Gelände jeden Abend seine Runden. Oft spreche der Sicherheitsdienst-Mitarbeiter die Gruppen an und schickt sie vom Gelände. „Wir machen von unserem Recht Gebrauch, Hausverbote auszusprechen“, sagt Vieth.

Polizei alarmiert

Das helfe allerdings nur bedingt. Im Gegenteil: Auf dem großen Gelände würden die Gruppen von teilweise bis zu zehn Personen von der einen Stelle verschwinden und dann durch den nächsten Eingang wiederkommen.

Und dann gebe es da noch die Unbelehrbaren, die sich weigerten, das Gelände zu verlassen. In diesen Fällen würde der Wachdienst die Polizei alarmieren. Dass die Polizei auf ihren Streifen auch regelmäßig auf dem Gelände der Kinderheilstätte unterwegs ist, bestätigt Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding auf Nachfrage. Allerdings werde nicht jeder Platzverweis im System der Polizei erfasst, deshalb lasse sich nicht sagen, wie viele Einsätze die Polizei zuletzt dort hatte, sagt Werenbeck-Ueding.

Nicht nur Problem der Kinderheilstätte

Mit ihrem Problem stehe die Kinderheilstätte aber nicht alleine da, macht der Polizeisprecher deutlich. So seien auch viele Schulhöfe im Kreis beliebte Treffpunkte für Jugendliche.

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Die Kinderheilstätte will jetzt aufrüsten, um zumindest ihre neue Multisportanlage zu schützen. Rund 100.000 Euro hat die neue Anlage gekostet. Das Geld kam aus Spenden zusammen. Die Kinderheilstätte ist sehr stolz auf ihr neues Angebot, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen soll und sich in das gesamte Konzept des Sinnesgartens einfügt.

Lichtanlage für neuen Sportplatz

Der Sportplatz soll eine Lichtanlage mit Bewegungsmeldern bekommen, damit nächtliche Besucher im Flutlicht stehen, wenn sie das Spielfeld betreten und nicht mehr durch die Dunkelheit geschützt werden.

Vandalismus habe es auf dem Gelände schon immer gegeben, sagt Sabine Vieth. Türen wurden beschmiert, Spielgeräte demoliert. Versichern würden sich die Spielgeräte gegen Vandalismus nicht lassen, sagt Sabine Vieth. Dafür müsste die Einrichtung ihr Gelände komplett abschließen. Das sei wegen der vielen Eingänge nicht möglich. „Und das wollen wir auch nicht“, so Vieth.

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