Betrieb an 365 Tagen im Jahr: Weihnachten in der Integrativen Küche der Kinderheilstätte

hzIntegrative Küche

Rund 1600 Essen gehen an einem normalen Tag in der integrativen Großküche an der Kinderheilstätte in Nordkirchen raus. Aber Weihnachten ist kein normaler Tag: Wie läuft der Betrieb da ab?

Nordkirchen

, 24.12.2019, 03:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit drei Jahren schon läuft der Betrieb in der integrativen Küche der Kinderheilstätte in Nordkirchen. „An 365 Tagen im Jahr“, sagt Diätassistentin Barbara Diedrichs. Aus dem Raum hinter ihr dringt der Duft von Frikadellen und Rosenkohl - zwei Mitarbeiterinnen packen das Essen auf Rädern, das die Küche in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle beliefert, gerade portionsweise ein.

Auch in der Weihnachtszeit sollen die, die auf das Essen aus der Großküche angewiesen sind, satt werden. Und das sind nicht nur die Kinder, die im Wohnheim der Kinderheilstätte leben und an Weihnachten nicht zu ihren Eltern fahren. Das sind auch die Patienten in der Vinzenz-Klinik in Datteln, die die Großküche beliefert, und die Senioren, die das Essen auf Rädern geordert haben.

Bis zu 1600 Essen am Tag produziert die integrative Großküche

Wenn nicht gerade Weihnachten ist, verlängert sich diese Liste noch deutlich: Die Maxi-Schüler bekommen das Essen aus der Küche, die Gesamtschule, die Kindergärten der Kinderheilstätte, die Caritas-Werkstätten in Nordkirchen und Lüdinghausen, im Bistro können Externe zu Mittag essen - alle kriegen warmes Essen aus der Nordkirchener Küche. An einem normalen Tag, so sagt es Koch Erkan Yildiz, bereitet das Team der Großküche etwa 1600 Essen zu.

Betrieb an 365 Tagen im Jahr: Weihnachten in der Integrativen Küche der Kinderheilstätte

Barbara Diedrichs arbeitet in der Großküche als Diätassistentin. © Marie Rademacher

Während er das erzählt, rührt er mit einem XXL-Schneebesen gerade etwa 150 Liter Käse-Suppe um. „Das ist die Lieblingssuppe der Kinder“, sagt Barbara Diedrichs. Deshalb gibt es die auch an Heiligabend mittags.

An den Feiertagen nur ein Fünftel

Abends, so erklärt sie weiter, kümmern sich die Betreuer gemeinsam mit den Kindern um Festtagsessen. Wegen der Feiertage sind sowieso gerade nicht so viele Kinder und Jugendliche auf den Wohngruppen. Deutlich weniger haben für die Feiertage auch Essen auf Rädern bestellt, die Schulen, Kitas und Werkstätten haben geschlossen: Für die Großküche bedeutet das, dass sie nur ein Fünftel von dem produziert, was an „normalen“ Tagen rausgeht.

Aber für dieses Fünftel muss halt auch gesorgt werden: Darum kümmert sich an den Weihnachtstagen Barbara Diedrichs mit einer Kollegin. Sie machen sich dann Weihnachtsmusik an - was im Küchenalltag sonst auch schwer ist. Allein schon wegen der Geräuschkulisse. 40 Mitarbeiter hat die Großküche - rund 40 Prozent der Beschäftigten sind Menschen, die eine Behinderung haben. Deshalb trägt die die Einrichtung auch das Attribut „integrativ“ im Namen.

Hähnchenschnitzel oder Gänsekeulenbraten

Auf dem Speiseplan für Weihnachten steht beispielsweise Hähnchenschnitzel Hawaii mit Kroketten für die Kinder oder aber Gänsekeulenbraten mit Rotkohl für die Senioren. „Die Geschmäcker sind einfach ein bisschen anders“, kommentiert Barbara Diedrichs, die den Plan auch geschrieben hat. Von dem großen Kochsaal aus deutet sie auf die Spülküche. Auch ein sehr wichtiger Bereich in den Betrieb, sagt sie.

Betrieb an 365 Tagen im Jahr: Weihnachten in der Integrativen Küche der Kinderheilstätte

Koch Erkan Yildiz bereitet die "Lieblingssuppe der Kinder" zu. © Marie Rademacher

Pia Möller (34) fletscht hier gerade eine Arbeitsfläche mit Wasser ab. Die Spülmaschinen hat sie schon ausgeräumt - es ist ein eher ruhiger Betriebstag in der integrativen Großküche. Schon seit Freitag vor Heiligabend hat der Betrieb stark abgenommen, sagt Barbara Diedrichs. Auch viele Mitarbeiter haben sich schon in die Feiertage verabschiedet. So macht es auch Pia Möller, nachdem sie noch „schöne Weihnachten“ gewünscht hat.

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