Bundeskonjunktur schwächelt - Unternehmen im Westmünsterland stemmen sich gegen den Trend

Wirtschaft

Während die Konjunktur bundesweit strauchelt, melden Unternehmen im Westmünsterland trotzdem positive Zahlen. Drei Probleme bereiten ihnen aber trotzdem Sorgen.

Nordkirchen, Olfen

, 17.10.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundeskonjunktur schwächelt - Unternehmen im Westmünsterland stemmen sich gegen den Trend

Die Sparkasse Westmünsterland hat Daten zum Konjunkturbarometer in ihrem Einzugsbereich veröffentlicht. Die Unternehmen stehen weiterhin stark dar. Es sind aber einige Unwägbarkeiten in Sicht. © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Jedes zweite Unternehmen im Westmünsterland meldet laut der Sparkasse gute Geschäfte. Während die aktuelle Prognose des Bundeswirtschaftsministeriums die Erwartungen an die bundesweite Konjunktur bremsen, sieht die Sparkasse Westmünsterland die Unternehmen in ihrem Einzugsgebiet in einer wirtschaftlich guten Position, wie aus einer aktuellen Pressemitteilung hervorgeht.

„Offenbar sind die tragenden Kräfte der Binnenkonjunktur im Westmünsterland stärker als anderswo“, zitiert die Sparkasse ihren Vorstandsvorsitzenden Heinrich-Georg Krumme.

Diesen Erkenntnissen zugrunde liegt das Konjunkturbarometer, ein Index, in den verschiedene Werte einfließen, die sich auf die Wirtschaft auswirken, wie das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) erklärt. Zu den Variablen gehören die Bereiche Industrie und Produktion, Dienstleistungen, Arbeitsmarkt und Aktienmärkte.

Konjunkturbarometer über dem mittleren Wert

„Der mittlere Wert des DIW-Konjunkturbarometers ist 100. Es ist der neutrale Wert des Barometers und zeigt eine durchschnittliche konjunkturelle Lage an. Sukzessive höhere Werte des Barometers über 100 bedeuten eine zunehmend überdurchschnittliche Konjunkturlage“, erklärt das DIW weiter.

„Das Konjunkturbarometer bleibt stabil bei 120 Punkten“, schreibt die Sparkasse Westmünsterland.

Die Erwartungen an den zukünftigen Konjunkturverlauf seien geteilt: „20 Prozent der Unternehmen sind optimistisch, 21 Prozent eher pessimistisch. Über die Hälfte rechnet mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Es macht sich doch größere Unsicherheit angesichts des außenwirtschaftlichen und politischen Umfelds breit. Das Konjunktur-Risiko ‚Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen‘ hat sich mit 58 Prozent der Nennungen noch stärker in den Vordergrund geschoben“, so die Sparkasse.

US-Regierung und Brexit trüben die Stimmung

Darunter nennen jeweils mehr als die Hälfte der antwortenden Unternehmen den Kurs der US-Regierung und den Brexit. Der Fachkräftemangel ist eine weitere zentrale Wachstumsbremse.

Das vergangene Jahr sei ein weiteres erfolgreiches Jahr in der Beschäftigungsbilanz des Westmünsterlands gewesen. Zum Jahresende habe die Zahl mit knapp 220.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Höchststand erreicht, heißt es in der Mitteilung.

Einen Stimmungsknick erlebt die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund: Sei die Konjunktur zu Jahresbeginn noch in sehr guter Verfassung gewesen, so sei das Klima zuletzt etwas rauer geworden, schreibt die IHK in einer Pressemitteilung: „Waren es damals noch 97 Prozent der befragten Unternehmen, die ihre geschäftliche Lage mit der Note gut oder befriedigend bewerteten, ist der Anteil auf knapp 94 Prozent leicht zurückgegangen.“

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