Kreis Coesfeld: Kommt bald die Lockerung der Notbremse?

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Der Kreis Coesfeld hat die Grenze von 50 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen Woche deutlich überschritten. Nun sinken die Zahlen aber wieder. Kommt bald die Lockerung der Notbremse?

Olfen, Nordkirchen, Herbern

, 13.05.2020, 20:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast eine Woche ist es her, dass der Kreis Coesfeld den neuen Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten hat und es Konsequenzen für den gesamten Kreis gab. Viele fragen sich jetzt: Wie geht es weiter?

Für den Mittwoch meldet der Kreis Coesfeld eine Gesamtzahl von 821 Infektionen mit dem Coronavirus. Damit sind lediglich sieben neue Infektionen hinzugekommen. Auch am Vortag waren es nur neun Neu-Infektionen. Nach einer Höchstzahl von 52 neuen Infektionen am vergangenen Donnerstag sieht das zunächst nach einer Entspannung aus.

179 Testergebnisse stehen noch aus

Allerdings, so sagt Kreissprecher Christoph Hüsing, werden die Zahlen wohl in den nächsten Tagen wieder stärker steigen - schließlich stehen noch 179 Testergebnisse in Zusammenhang mit Westfleisch aus. Bislang hat das Gesundheitsamt des Kreises 1032 Abstriche bei Westfleisch-Mitarbeitern gemacht. Davon waren mit Stand vom Dienstagabend 261 positiv.

Und selbst, wenn am Donnerstag und Freitag keine einzige neue Infektion hinzukommt, wird der Grenzwert von 50 auch eine Woche nach der ersten Überschreitung weiter überschritten. Er läge dann am Freitag - angenommen es kommt wirklich keine neue Infektion dazu - gemäß der Kreiszahlen bei einem Wert von 53. Deutlich niedriger als der aktuelle Wert von 100,84, aber immer noch zu hoch.

Unklare Lage

Wie geht es also weiter mit den Beschränkungen? „Das kann man momentan schwer sagen“, sagt Kreissprecher Hüsing. „Es wird ganz bestimmt von der Entwicklung der Fallzahlen abhängen“, sagt er. Aber, wie lange der Kreis den Grenzwert unterschreiten müsste, damit die Lage als entspannt gilt und ob dann bei einer Verlängerung der Einschränkungen lokalere Lösungen vorgesehen sein könnten als jetzt, das ist bislang unklar. Auch, wenn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bereits am Montag Lockerungen für den Kreis ab dem Wochenende in Aussicht gestellt hatte, ohne weitere Details zu nennen. Das NRW-Gesundheitsministerium hat auf eine Anfrage zu den Bedingungen und möglichen Lösungen für die Städte und Gemeinden im Kreis noch nicht geantwortet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beantwortete am Mittwoch bei einer Fragestunde im Bundestag zum Thema Kreis Coesfeld auch eine Frage des Abgeordneten für den Kreis, Marc Henrichmann. Dieser wollte wissen, ob nicht auch bei Unternehmen gelte, dass Beschränkungen sich allein auf das Unternehmen beziehen, wenn das Infektionsgeschehen klar eingrenzbar sei. Als Beispiele gelten Ausbrüche in Krankenhäusern oder Pflegeheime.

Merkel gab ihm Recht, dass man das so sehen könnte, dass auch Betriebe als Einrichtungen gelten. „Aber in diesem Fall geht es natürlich nicht um den Betrieb allein, sondern eben auch um die Unterbringung der Beschäftigten. Daher ist das Infektionsrisiko doch etwas breiter gestreut, als wenn Infektionen nur in diesem Betrieb vorkämen und niemand den Betrieb verlassen würde“, so Merkel. Durch das „entschiedene Vorgehen der Landesregierung und der örtlichen Behören“ hoffe sie nun, dass die Infektionen nun auch schnell wieder eingegrenzt werden könnten.

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