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Darum ist die Gemeinde Nordkirchen für Monate ein Stück weit abgeschnitten

hzDammsanierung

Eine 30 Millionen Euro schwere Baumaßnahme stellt vor allem Pendler in 2020 vor große Herausforderungen. Die Dammsanierung zwischen Münster und Lünen hat weitreichende Folgen.

Nordkirchen, Capelle

, 05.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Pendler aus der Gemeinde Nordkirchen sind seit Monaten schwer gebeutelt. Bei den Kunden der Eurobahn fährt stets die Sorge mit, dass der Zug (wieder) ausfällt. Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann kennt deshalb Bürger der Gemeinde, die ihr Firmenticket wieder zurückgegeben haben und zurück auf ihr Auto umgestiegen sind. Die Bahn sei ihnen nicht verlässlich genug gewesen. Das deutlich angekratzte Image könnte in den nächsten Monaten weiteren Schaden nehmen.

  • Bahnkunden müssen sich bereits ab dem Herbst auf Einschränkungen einstellen.
  • Zwischen Werne und Dortmund stehen ab Mitte Oktober bis Anfang November Gleis- und Weichen-Erneuerungsarbeiten an. Busse ersetzen dann die Bahn.
  • Ab Anfang 2020 wird die Strecke zwischen Davensberg und Lünen voraussichtlich bis zum Sommer komplett gesperrt. Auch hier müssen Bahnkunden auf Busse umsteigen.

Ab Anfang 2020 fährt überhaupt kein Zug mehr zwischen Ascheberg und Werne. Und damit hält auch kein Zug in Capelle. Der Grund ist bekannt. Der Bahndamm ist schwer beschädigt, zudem stehen Sanierungsarbeiten an den Gleisen an. Mit der Folge, dass zwischen Davensberg und Lünen mehrere Monate Busse statt Bahnen fahren. Mit erheblichen Folgen für alle Bahnkunden, ganz besonders aber für die Pendler. Sie müssen auf dem Weg zur Arbeit deutlich mehr Zeit einplanen.

Kein Wunder, dass Bürgermeister Dietmar Bergmann davon spricht, dass „wir ein Stück weit abgeschnitten sind.“ Er sieht in der Sperrung eine „große Einschränkung für viele Bürger.“ Sie könnte zudem die Folge haben, dass Menschen dauerhaft von der Bahn wieder auf das Auto umsteigen.

Gemeinde will unverzüglich Kontakt mit der Bahn aufnehmen

Wenn Dietmar Bergmann der gewaltigen Baumaßnahme mit einem Kostenaufwand von rund 30 Millionen Euro nur irgendetwas Positives abgewinnen kann, dann, dass es jetzt ein Zeitfenster gibt für den geplanten Bau der Rampe am Capeller Bahnhof. „Wir werden in dieser Sache unverzüglich Kontakt mit der Bahn aufnehmen.“

Bergmann verwies auf Anfrage dieser Redaktion darauf, dass die Planung für die Rampe bereits komplett fertig ist. „Es gibt einen Planfeststellungsbeschluss und auch die Finanzierung ist gesichert.“ Was bislang gefehlt habe, sei ein Zeitfenster für die Streckensperrung gewesen. „Das gibt es jetzt.“ Nicht ausmalen mag sich der Bürgermeister die Bürgerreaktionen, wenn die Rampe erst zu einem späteren Zeitpunkt – also nach der Dammsanierung – gebaut wird. Verbunden mit einer erneuten Streckensperrung.

Bürgermeister macht sich für das zweites Gleis stark

Vielmehr zeigt die gesamte Situation aus Sicht von Bürgermeister Bergmann, wie wichtig das zweite Gleis auf der Strecke ist. Dass diese Maßnahme im Zuge der Dammsanierung erfolgen könnte, hält er für ausgeschlossen. Vielmehr befürchtet Dietmar Bergmann, dass noch einige Jahre ins Land ziehen werden, bis hier mit den ersten Arbeiten begonnen wird. Die für die Gemeinde so wichtige Bahnstrecke bleibt also ein Nadelöhr.

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