„Der beste Erfolg meiner Karriere“: Friedrich Eilers ist RV-Meister

hzRV Meisterschaft

Friedrich Eilers aus Südkirchen nimmt mit seinen Tauben an Preisflügen teil. Doch was macht das Hobby Taubensport eigentlich so besonders und was passiert mit verirrten Tauben?

von Carina Strauß

Südkirchen

, 28.08.2020, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Stunden verbringt Friedrich Eilers durchschnittlich am Tag mit der Pflege seiner Tauben. Der Südkirchener züchtet seit ungefähr 40 Jahren Tauben und nimmt mit ihnen auch an Meisterschaften teil. Dieses Jahr hat er die Meisterschaften der Reisevereinigung Lüdinghausen gewonnen. „Der beste Erfolg meiner Karriere“, sagt Eilers.

Aber wie funktioniert so ein Taubenflug eigentlich? „Wir bringen die Tauben zur Einsatzstelle in Nordkirchen. Dort werden die Tauben über ihren Ring registriert und mit dem LKW an den Auflassort gebracht“, erklärt Friedrich Eilers.

Und diese können überall sein. In diesem Jahr starteten die Tauben unter anderem in Fulda, Hemau und Alsfeld. Wenn die Tauben wieder bei Friedrich Eilers ankommen, werde über einen sogenannten Tippesring erfasst, wie schnell die Tauben die Entfernung zurückgelegt haben.

Doch bevor die Tauben starten dürfen, werden zunächst die Bedingungen geprüft. „Die extra ausgebildeten Flugleiter achten auf das Wetter. Normalerweise wäre der letzte Flug um die 500 Kilometer weit gewesen. Doch wegen der Hitze war das nicht möglich“, erklärt Eilers.

Faszination Tauben

Auf die Frage, was ihn besonders an dem Taubensport und auch der Taubenzucht fasziniert, antwortet er: „Dass die Tauben wiederkommen, die Pflege, aber auch, dass die Tiere zutraulich werden.“ Doch warum kommen Tauben eigentlich zu ihren Besitzern zurück? „Das hat bisher noch keiner herausgefunden“, so Eilers.

Aber es kommen leider auch nicht immer alle Tiere von ihren Ausflügen zurück. „Einige haben sich schon verflogen. Natürlich können sie auch von einem Habicht oder Wanderfalken gegriffen werden.“

Friedrich Eilers übernahm das Hobby von seinem Vater, der selbst 60 Jahre lang Tauben gezüchtet hatte. Doch er sieht das Hobby vor dem Aussterben: „Es sind nur wenige junge Leute, die dieses Hobby haben.“ Dafür gibt es laut Eilers gleich mehrere Gründe: „Es ist sehr teuer geworden. Die Futterpreise sind stark gestiegen, aber auch die Transportkosten.“ Zudem sei es sehr zeitintensiv: „Wenn samstags Preisflüge stattfinden, dann müssen die Tauben oft schon freitags eingesetzt werden. Da bekommen Berufstätige dann oft ein Problem.“ Hinzu kommt die ganz normale, tägliche Pflege der Tauben.

Ganz ungefährlich sind die Flüge für die Tauben nicht. Sie können sich verirren oder von Greifvögeln gegriffen werden. Diese Taube hatte Glück: Sie kam verletzt zu Eilers zurück und konnte von ihm gesund gepflegt werden.

Ganz ungefährlich sind die Flüge für die Tauben nicht. Sie können sich verirren oder von Greifvögeln gegriffen werden. Diese Taube hatte Glück: Sie kam verletzt zu Eilers zurück und konnte von ihm gesund gepflegt werden. © Carina Strauß


Wer eine verirrte oder gar verletzte Züchtertaube findet, die nicht von alleine weiterfliegt, für den hat Friedrich Eilers einige Hinweise. „Unsere Tauben haben einen Ring am Bein mit unserer Telefonnummer. Wichtig ist es, das Tier zunächst sicherzustellen, damit es nicht mehr weg kann. Dann ein bisschen Wasser geben und gegebenenfalls Haferflocken oder Reis“, erklärt Eilers.

Bei ihm habe auch schon mal jemand angerufen, der eine tote Taube von ihm gefunden hat: „Dann weiß man wenigstens, was passiert ist.“ Sollte keine Telefonnummer erkennbar sein, hätten die Tiere aber trotzdem noch einen Ring mit einer Nummer, die sie von Geburt an kennzeichnet. Über diesen lassen sich die Tauben beim Verband deutscher Brieftaubenzüchter identifizieren.

Saison der Jungtauben läuft noch

Die Alttauben von Friedrich Eilers haben nun ihre Saison geschafft. Auf zwölf Touren gewannen Eilers fünf besten Tauben in diesem Jahr insgesamt 54 Preise. Damit gewann er nun auch die Saisonauswertung der Reisevereinigung Lüdinghausen. Auch bei der Meisterschaft der männlichen Tauben standen Eilers Tauben ganz oben. Die Weibchen belegten den dritten Platz und seine „Jährigen“ Tauben, das heißt die Tauben aus dem Jahr 2019, den zweiten Platz.

Die Jungtauben, die Tauben, die in diesem Jahr geboren wurden, haben dagegen noch ein paar Flüge vor sich.

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